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Gaspreisbremse: Mehrere Tausend Euro vom Staat – wer am meisten Geld bekommt​

Energiekrise : Gaspreisbremse: Mehrere Tausend Euro vom Staat – wer am meisten Geld bekommt

Die Gaspreisbremse soll auch Haushalte umfassend entlasten. Wir verraten, wie die Einmalzahlung im Dezember 2022 für Immobilien-Besitzer und Mieter abläuft und wer am meisten vom Preisdeckel 2023 profitiert.

Die Energiekrise sorgt in deutschen Haushalten für massive finanzielle Belastungen. Aus diesem Grund hat die Regierung bereits Einmalzahlungen in Form der Energiepauschale für Angestellte geleistet. Im Dezember folgt eine weitere Einmalzahlung für Rentner in Höhe von 300 Euro. Angesichts der horrenden Preissteigerungen reichen die staatlichen Zahlungen jedoch nicht aus. Daher hat die sogenannte Gaspreiskommission der Bundesregierung empfohlen, die Bürger über eine „Gaspreisbremse“ weiter zu entlasten.

Gaspreisbremse: Abschlagszahlung und Preisdeckel – so funktioniert der „Doppelwumms“

Medienwirksam bezeichnete Bundeskanzler Olaf Scholz die geplanten Maßnahmen der Regierung als „Doppelwumms“. Das heißt, die umfangreiche Entlastung soll in zwei Schritten erfolgen.

  • Im Dezember wird die Abschlagszahlung für Gas- und Fernwärmekunden erstattet.
  • Ab 2023 soll es einen Preisdeckel für Gas geben.
  • Die Preisdeckel sollen ab Januar 2023 für Industrieunternehmen gelten.
  • Für private Haushalte und kleine Unternehmen wird der Preisdeckel im März bzw. April 2023 eingeführt.

Zwar gilt es als ausgemacht, dass die Ampelkoalition diese Empfehlung weitgehend umsetzt, offiziell beschlossen, ist aber noch nichts. Hinzu kamen zuletzt juristische Schwierigkeiten. Denn für den 200 Milliarden Euro schweren „Doppelwumms“ muss die Bundesregierung Schulden aufnehmen. Das ist laut Bundesrechnungshof allerdings verfassungswidrig. Eine Kreditaufnahme „auf Vorrat“ dürfe es nicht geben, berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

So erhalten Mieter und Vermieter die Einmalzahlung im Dezember

Durch die Erstattung der im Dezember anstehenden Gas-Abschlagszahlung sollen Mieter und Immobilien-Besitzer nicht mit bürokratischer Aufwand belastet werden. „Wer etwas tun muss, das sind die Versorger, die haben die wirkliche Arbeit“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Denn, da die Versorger im Besitz der Rechnungsläufe seien, müssen sie auch die Berechnungen umstellen.

Insbesondere für die Vermieter sei das hingegen „kaum mehr Verwaltungsaufwand“, betonte Gedaschko. Die Erstattung der Abschlagszahlung im Dezember wird demnach nicht direkt an die Gaskunden überwiesen, sondern in der Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2022 berücksichtigt. Diese müssten Vermieter und Hausverwalter ohnehin erstellen.

Übrigens: Im Dezember haben sich Bund und Länder geeinigt: Auch Heizöl- und Pellet-Kunden werden für 2022 entlastet.

Gasabschlag-Zahlung im Dezember: So viel Geld erhalten Sie vom Staat

Der Staat wird die Rechnung der Gaskunden im Dezember 2022 übernehmen, oder? Nicht ganz, denn der tatsächliche Gasverbrauch im besagten Monat wird nicht erstattet, sondern die Höhe der Erstattung orientiert sich am Septemberverbrauch. Sollten die Kosten im Dezember höher sein als im September, werde die Differenz bei der Erstattung nicht vom Staat übernommen.

Das hat seinen Grund: Verbraucher sollen keinen Anreiz bekommen, die Heizung im Winter voll aufzudrehen, da sie die Kosten nicht selbst tragen müssen. Bei Gaskunden, deren Abschläge sich am Vorjahresverbrauch bemessen und entsprechend jeden Monat gleich hoch sind, können jetzt bereits in ihren Rechnungen einsehen, wie hoch die Einmalzahlung im Dezember ausfallen wird.

  • Dauerauftrag auf dem Bankkonto prüfen
  • Online-Portal des jeweiligen Gas-Anbieters
  • Letzte schriftliche Nebenkosten-Abrechnung (kommende Abschlagszahlung wird angekündigt)

So viel mehr profitieren Reiche von der Gaspreisbremse

Auch beim sogenannten Preisdeckel soll es einen Sparanreiz geben. Durch den staatlichen Zuschuss soll der Gaspreis auf zwölf Cent pro Kilowattstunde sinken – aber lediglich für 80 Prozent des geschätzten bisherigen Verbrauchs. Am Preisdeckel gibt es aber auch massive Kritik: Denn Haushalte mit viel Geld werden mehr entlastet als Haushalte mit wenig Geld.

So erhalte ein Besitzer einer Villa mit Pool und einem Verbrauch von 90 000 Kilowattstunden im Jahr eine Erstattung von 9648 Euro im Jahr. Beim Mieter einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einem Verbrauch von 11.000 Kilowattstunden jährlich sind es nur 1179 Euro. Den ärmsten zehn Prozent der Haushalte werden durch die Gaspreisbremse im Schnitt nur noch 893 Euro im Jahr erstattet. Das berichtete die Wochenzeitung „Die Zeit“ und beruft sich dabei auf eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). In der Studie wird unterstellt, dass der Gaspreis im kommenden Jahr regulär bei 25 Cent je Kilowattstunde liegen würde.