1. Leben
  2. Immobilien

Der Flur im Fokus der Designer

Der Flur im Fokus der Designer

Einfach nur die Jacke an einem Haken aufhängen? Die Zeiten sind passé. Immer mehr Designer entwerfen schlicht-schöne Ensembles oder originelle Hänger für den Eingangsbereich.

Da baumeln sie: 20 hölzerne Kleiderbügel hängen an 20 Textilkordeln und treffen sich in einem Haken unter der Decke. Die originelle Garderobe namens 20 Hangers der italienischen Designerin Alice Rosignoli für Ligne Roset könnte kaum weniger schlicht und gleichermaßen unkonventionell sein. Wie Rosignoli widmen sich derzeit immer mehr Kreative dem Thema Garderobe. Der Flur ist ein neuer Fokus der Designer. Der Bereich, der zuerst beim Betreten des Hauses ins Auge fällt und eine Art Visitenkarte ist, war lange ein Stiefkind. Doch jetzt wird es schick im Entrée.

Der Möbelhersteller Schönbuch hat sich schon vor Jahren als hausinterne Philosophie verordnet, den Eingangsbereich als einen ebenso wohnlichen wie universellen Lebensraum wahrzunehmen und nicht bloß als einen Durchgang, in dem Dinge aufbewahrt werden. Eines der neuesten Objekte ist der Garderobenständer Pivot von Jorge Pensi. Der Designer hat an einer schlichten Stütze fünf schwenkbare Haken platziert, die von oben nach unten kleiner werden. Dieses gestalterische Charakteristikum macht aus dem reinen Funktionsobjekt einen Gegenstand mit verspielt-origineller Optik.

Vom Schönbuch-Designteam wurde Skew gestaltet. Diese Garderobe ist eine Lösung für schmale Flure, denn sie verbindet den praktischen Nutzen mit einem optischen Trick. Eine schräg zur Wand platzierte Spiegelfront lässt den Raum größer wirken. Hinter dem Spiegel findet neben einer Hutablage eine Stange Platz, Haken und Einlegeböden machen die flexible Gestaltung des Stauraums möglich.

Randolf Schott vom Thonet-Designteam hat mit der Garderobe S 1520 aus Stahlrohr einen Entwurf vorgelegt, der zu den Bauhaus-Klassikern der Firma passt. Er hat sich von der klassischen Stahlrohr-Wandgarderobe B 52/1 inspirieren lassen, die in einem Katalog der Jahre 1930/31 zu sehen ist. Allerdings hat er die Masse modernen Bedürfnissen angepasst, so dass mehr Jacken Platz an den verdeckten Garderobenhaken oder auf den Ablageflächen aus einem strapazierfähigen Netzgewebe finden.

Ein echter Klassiker, der zeitlos wirkt und genauso gut ein Entwurf aus dem 21. Jahrhundert sein könnte, ist Hang it all von 1953 (Vitra). Charles Eames hat die Garderobe mit den bunten Holzkugeln entworfen, die vor allem Kinder anregen sollte, all ihre Sachen daran aufzuhängen und somit für Ordnung zu sorgen. Für Mäntel und Taschen gleichermaßen schwingt die Klappgarderobe Wing der Designer Alberto Lievore, Jeannette Altherr und Manel Molina (Arper) ihre Flügel aus poliertem Walnussholz um bis zu 180 Grad aus und macht sich schmal an der Wand, wenn man sie nicht braucht.