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Suche nach dem passenden Zuhause: Auf der Suche nach dem passenden Zuhause

Suche nach dem passenden Zuhause : Auf der Suche nach dem passenden Zuhause

Die Lage einer Immobilie wird oft als das wichtigste Kriterium bezeichnet. Doch auch andere Faktoren dürfen nicht ignoriert werden.

(dpa) Landschaft, Infrastruktur, Lebensqualität, Arbeit: Diese vier Aspekte betrachtet die Standortanalyse nach dem Lila-Lage-Modell. Es hilft Immobilieninvestoren bei der Einschätzung, ob das ausgesuchte Objekt mit Blick in die Zukunft hält, was es verspricht. Solche zukunftsgerichteten Methoden nutzen etwa Banken, um die Bonität eines Kunden besser zu beurteilen. Sie fragen beispielsweise automatisch Merkmale wie Wohnort, Beruf und Sicherheiten ab und gewichten einzelne Punkte.

„Lila“ geht über Zustand und Beschaffenheit des einzelnen Objekts hinaus. Vor allem werden die Gebäude und ihre Lage hinsichtlich der Optionen Nachnutzung, Vermietbarkeit und Verkauf abgeklopft, erläutert Sabine Georgi, Abteilungsleiterin Immobilien- und Kapitalmärkte beim Zentralen Immobilienausschuss (ZIA) in Berlin. Es gehe darum, sowohl zu klären, ob die heutige Lage attraktiv ist, als auch den Blick zu weiten auf die gesamte Region: Landschaft, Infrastruktur, Lebensqualität und Arbeit werden in der Gesamtschau betrachtet, nicht isoliert. Für private Immobilieninteressenten bedeutet dies, auf der Suche nach dem neuen Zuhause nicht nur „von den eigenen Wünschen ausgehen, sondern auch mit den Augen potenzieller Nachfolger zu gucken“. Das kann hilfreich sein, wenn das Immobilieninvestment der Altersvorsorge dienen soll.

Deshalb empfiehlt Rolf-Egon Westerheide, Professor für Stadtplanung an der RWTH Aachen und Mitglied der Bundesarchitektenkammer, „die Entwicklung der Familie über die nächsten Jahrzehnte zu skizzieren und dann zu überlegen, was am wichtigsten und was weniger bedeutend für den Alltag ist“. So interpretieren Immobilienexperten die vom Berliner Beratungsinstitut Empirica entwickelten „Lila“-Faktoren.

Landschaft etwa beschreibt die Anziehungskraft des Standorts. Klar, dass Schwarzwald, Alpen oder Nord- und Ostsee tolle Regionen sind und eine starke Anziehungskraft ausüben – in der Regel auf Urlauber. Oder auf Studenten, die es zum Beispiel an die Freiburger Uni zieht. Freiburg gehört wie Münster, Mainz, München oder Frankfurt am Main zu den sogenannten Schwarmstädten, in die bevorzugt junge Menschen zuwandern. Sie schätzen neben schöner Umgebung vor allem auch das urbane Leben und den hohen Freizeitwert.

 Wie komme ich hin und wieder weg von meiner Immobilie, fragt Sabine Georgi stellvertretend für viele, die ein neues Zuhause suchen. Eine Antwort liefert Stadtplaner Westerheide: „Infrastruktur, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, an Straßen, an Bahn ist ein wichtiger Parameter.“ Wo es öffentlichen Nahverkehr gebe, ist meist andere Infrastruktur ebenfalls vorhanden: Einkaufsmöglichkeiten, Arzt, Schule, Kindergarten. Fachleute sprechen in dem Kontext von einem Marktplatzcharakter.

Lebensqualität hängt eng mit Infrastruktur zusammen, denn die Dinge, die das Leben angenehm machen – Theater, Kino, Restaurants, Sportmöglichkeiten und andere Freizeitangebote, Läden – gehören zu den öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen. Oftmals sind die Angebote nur mit Bus und Bahn erreichbar. Je nach Lebenszyklus und persönlichen Wünschen verbinden viele Menschen mit Lebensqualität Ruhe, Natur oder städtisches Flair. Was passt, ist daher vor allem Abwägungssache: „Ländliche Ruhe mit stundenlangem Autofahren in die Stadt zu erkaufen, ist verlorene Lebenszeit“, gibt Westerheide zu bedenken.

Der Faktor Arbeit ist selbsterklärend da, wo es Arbeitsplätze gibt. Zu erkennen sind diese Regionen oft daran, dass viele Menschen dort hinziehen und Wohnungen entsprechend knapp sind. Diese Orte zeichnen sich meistens dadurch aus, dass sie zusätzlich zu Arbeitsplätzen attraktive Freizeitangebote und gute Verkehrsanbindung bieten – und damit mindestens drei der vier Lila-Faktoren erfüllen. Häufig gehören diese Regionen zu den Hotspots der Immobilienindustrie: Büros entstehen, Hotels und Wohnungen werden gebaut. „Sinkender Leerstand bei Büros wirkt sich auf den Wohnungsmarkt aus“, erklärt Georgi. Solche Standorte gehören aus Profisicht zu den bevorzugten Investitionsstandorten.

(dpa)