Auf den richtigen Versicherungsschutz achten

Immobilien müssen sicher vor Unfällen sein : Die Immobilie möglichst sicher machen

Eigentümer müssen dafür sorgen, dass von ihrem Haus keine Gefahr ausgeht. Im Schadensfall zahlen sie – oder eine Versicherung.

Wer Eigentümer wird, der muss sich gut auf seine neue Rolle vorbereiten und sich eine ganze Reihe von Gedanken machen. Denn nach dem Kauf einer Immobilie kann man sehr schnell in Situationen geraten, mit denen man zuvor wohl in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte. Diese Überlegungen betreffen auch zahlreiche Fragen der Sicherheit innerhalb und außerhalb des Hauses.

So muss im Rahmen der Verpflichtungen, die ein neuer Eigentümer beim Hauskauf eingeht, auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass von der Immobilie keine Gefahr ausgeht. Denn ganz schnell kann ein Unfall passieren oder ein unvorhergesehenes Ereignis, für das man dann haftbar gemacht wird. Es braucht beispielsweise nur einen Besucher zu treffen. Solche Unfälle können sehr schnell sehr teuer werden. Und längst nicht in allen Fällen ist anschließend dann gewährleistet, dass eine Versicherung einspringt und die Kosten für den Vorfall übernimmt.

Wie teuer es schnell werden kann, hat die Zeitschrift „Finanztest“ untersucht. Dabei hat sie zugleich zahlreiche mögliche Fallbeispiele aufgezeigt. So kann es etwa passieren, dass der Mieter über eine lose Fliese stolpert, weil er sie übersehen hat. Oder ein Baum fällt um und trifft unglücklicherweise auf das Gebäude des Nachbarn.

Auch rund um das Haus können viele Missgeschicke passieren. Wer im eigenen Haus wohnt, der wird häufig von der Privathaftpflichtversicherung vor drohenden finanziellen Folgen geschützt. Vermieter sollten sich dagegen grundsätzlich mit einer Haus- und Grundbesitzer Haftpflichtversicherung absichern. Dazu raten die Experten der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2019). Um eine repräsentative Übersicht zu erhalten, haben sie zuvor in einem Vergleich die Tarife von insgesamt 365 Anbietern unter die Lupe genommen.

Sie empfehlen dabei als Konsequenz eine Versicherungssumme von mindestens zehn Millionen Euro. Das ist der Betrag, den der Versicherer maximal pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden bezahlt. Insgesamt vier der 365 Anbieter versichern der Untersuchung zufolge nur geringere Beträge, die anderen zahlen im Schadensfall mindestens einen Betrag von bis zu zehn Millionen Euro aus. Einzelne Versicherer decken sogar Schadensbeträge in einer Gesamthöhe von bis zu 50 Millionen Euro ab.

Wie die Experten in ihrem Vergleichstest ermittelt haben, sind die Preisunterschiede der einzelnen Anbieter groß: Während es für ein vermietetes Einfamilienhaus bei einem Anbieter bereits einen Tarif für 25 Euro im Jahr gibt, wird bei anderen Versicherern schon ein Betrag von bis zu 104 Euro fällig. Das ist mehr als das Vierfache. Die Tester hatten sich zuvor ein einheitliches Vergleichskriterium überlegt. Demnach fragten sie für ein Gebäude mit einer Gesamtwohnfläche von 120 Quadratmetern und einem Bruttovorjahresmietwert von 15 000 Euro an.

Die Stiftung Warentest, die hinter der Zeitschrift „Finanztest“ steht, empfiehlt nach den Erfahrungen des Tests außerdem, auch kleinere Bauvorhaben mitzuversichern. Das betrifft zum Beispiel auch Um- oder Ausbauarbeiten an der Immobilie. Die meisten untersuchten Policen decken diese bis zu einer Bausumme von mindestens 50 000 Euro ab. Andere Tarife bieten nach den Ergebnissen der Experten der Zeitschrift „Finanztest“ das Doppelte, ergab die Übersicht.

Der Test ergab noch eine weitere grundlegende Erkenntnis. Demnach können Vermieter diese Versicherungsbeiträge grundlegend auch als Nebenkosten auf die Mieter umlegen. Dieses Verfahren kann allerdings nur in solchen Fällen angewendet werden, wenn sie ausdrücklich im zuvor bereits abgeschlossenen Mietvertrag ausdrücklich als ein Nebenkosten-Posten gekennzeichnet werden, erklärt Stiftung Warentest.

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