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Wohnen
Das Saarland hat zu wenig Wohnheimplätze

Das Wohnheim D auf dem Saarbrücker Campus soll, nachdem es jahrelang leerstand, einem Neubau der Philosophischen Fakultät weichen.
Das Wohnheim D auf dem Saarbrücker Campus soll, nachdem es jahrelang leerstand, einem Neubau der Philosophischen Fakultät weichen. FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken. In der jüngsten Statistik des Deutschen Studentenwerks schneiden die Standorte Saarbrücken und Homburg schlecht ab. Asta der Saar-Uni verlangt mehr Geld fürs Studentenwerk des Saarlands. Von Peter Bylda
Peter Bylda

Im Saarland sieht es bei den Wohnheimplätzen für Studenten übel aus. Das zeigt die Wohnraum-Statistik des Deutschen Studentenwerks. Bundesweit sei in den vergangenen sieben Jahren die Zahl der Studenten um etwa ein Viertel gestiegen, die sogenannte Unterbringungsquote – sie drückt die Relation zwischen der Zahl der Wohnheimplätze und der Zahl der Studenten aus – sei dagegen von 11,2 auf jetzt 9,6 Prozent gesunken, erklärt Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Studentenwerks.


Im Saarland liegt dieser Wert mit 7,3 Prozent noch deutlich unter dem Bundesschnitt. Schlechter schneiden nur noch Berlin (5,9 Prozent), Bremen (6,2), Schleswig-Holstein (6,2) und Hessen (6,9) ab, beklagte der Asta der Saar-Universität gestern in einer Pressemitteilung. Am höchsten ist die Quote in Brandenburg mit 15,2 Prozent.

Die Leidtragenden der Situation im Saarland seien vor allem Studenten aus dem Ausland, die  auf einen Wohnheimplatz angewiesen sind, beklagt die Asta-Vorsitzende der Saar-Uni Judith Bühler. „Für uns ist klar, dass allein das Studentenwerk im Saarland preisgünstige Wohnungen zur Verfügung stellen kann. Wir brauchen dringend neue Wohnheime“, fordert der zweite Asta-Vorsitzende Lukas Redemann.



Der Trend geht allerdings derzeit in die andere Richtung. Im Frühjahr dieses Jahres scheiterte auf dem Saarbrücker Campus endgültig die Sanierung des Wohnheims D, weil auch der letzte Bieter für dieses Projekt aus dem Verfahren ausstieg, berichtete die Saar-Uni. Nach fast sechs Jahren seien damit alle Versuche fehlgeschlagen, Wohnmöglichkeiten an dieser Stelle zu erhalten. Das Wohnheim war 2012 wegen Brandschutzmängeln  geschlossen worden. Auf dem Gelände soll jetzt ein neues Hörsaalgebäude entstehen. Das Studentenwerk denkt, so sein Vorsitzender Christian Wagner, über einen Neubau  an anderer Stelle mit 300 bis 320 Plätzen nach. Voraussetzung dafür sei allerdings eine paritätische Finanzierung des  Landes.

Judith Bühler sieht das Saarland in der Wohnraumstatistik in den kommenden Jahren weiter abrutschen. Denn es gebe einen zusätzlichen statistischen Effekt, der sich sehr zum Nachteil des Landes auswirke. Bislang ging in die Berechnung der Wohnraumstatistik des Studentenwerks nur die Zahl der Studenten der Uni ein. Doch künftig sei das Studentenwerk auch für die 6000 Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft zuständig. Bei einer konstanten Zahl von Wohnheimplätzen werde sich das Saarland damit zwangsläufig in der Statistik verschlechtern. Der Asta fordert in seiner Pressemitteilung jetzt mehr Engagement der Politik – er verlangt  mehr Geld fürs Studentenwerk. Das Thema studentischer Wohnraum gehöre „ganz oben auf die Tagesordnung.“