So kann das Insektensterben gestoppt werden

Insektensterben : Darum ist Pflanzenvielfalt so wichtig

Je mehr Pflanzenarten auf einer Wiese wachsen, desto größer ist die Zahl der Insekten.

Halle (np) Heute gibt es drei Viertel weniger Insekten in der Luft als zu Zeiten unserer Großeltern, berichteten jüngst Wissenschaftler der Universität Frankfurt. Das ist nicht nur aus ökologischen Gründen eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat einmal berechnet, welchen finanziellen Wert die Dienstleistung der Bestäubung, die Insekten heute völlig kostenfrei leisten, für die Landwirtschaft besitzt. Er kam auf einen Betrag von 14 Milliarden Euro pro Jahr allein in Europa. Der Mensch tue also gut daran, sich um die Vielfalt der Insekten in der Natur zu kümmern. Und dabei spiele die Vielfalt der Pflanzenarten in Wiesen und Wäldern eine große Rolle, berichtet das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle.

Je größer die pflanzliche Vielfalt in der Natur sei, desto mehr Insektenarten seien dort zu finden. Das zeigten die Untersuchungen einer deutsch-chinesischen Forschergruppe. Mehr Pflanzenarten erhöhten aber nicht nur die Zahl der Insektenarten, sondern auch die Gesamtzahl dieser Tiere.

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Entwicklungen wie das aktuell beobachtete Insektensterben mit der Art und Weise, wie wir Menschen die von uns genutzten Ökosysteme bewirtschaften, zusammenhängen können“, erklärt Professor Andreas Schuldt. Gerade durch eine intensive Land- und Forstwirtschaft, durch die die Vielfalt pflanzlichen Lebens abnehme,  bestehe das Risiko, dass die Zahl der Insekten weiter schrumpfe.

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