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Saar-Uni forscht zu psychologischen Folgen der Corona-Krise

Kostenpflichtiger Inhalt: Universität des Saarlandes : Psychologen untersuchen Folgen der Krise

Eine groß angelegte Studie der Saar-Uni soll zeigen, wie sich die Ausgangsbeschränkugen auf das Wohlbefinden der Menschen auswirkt.

Forscher der Universität des Saarlandes (UdS) der Fachrichtung Psychologie um Dr. Dorota Reis und Professor Dr. Malte Friese führen derzeit eine groß angelegte bundesweite Studie durch, die die Folgen der Corona-Krise auf das Wohlbefinden der Menschen untersuchen soll. Ziel der Studie sei es, so die Autoren, besser zu verstehen, wie sich Menschen „in diesen außergewöhnlichen Situationen fühlen und was sich ändert, wenn das private Leben durch ein globales Ereignis ‚auf den Kopf’ gestellt wird“. Die Forscher erhoffen sich dadurch, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Wohlbefinden, das Erleben des Alltags und die Qualität der Beziehungen besser zu verstehen.

Zur Erfassung des Befindens und möglicher Veränderungen haben die Psychologen Fragebögen entwickelt, die von den Studienteilnehmern möglichst wöchentlich ausgefüllt werden sollen. Der Zeitaufwand betrage für den ersten Fragebogen etwa 20 Minuten, danach sollen es etwa je zwölf Minuten sein. Die Bögen können am heimischen Computer ausgefüllt werden. Jeder Teilnehmer könne pausieren, für die Ergebnisse sei es jedoch wichtig, dass die Mitwirkenden „möglichst regelmäßig und oft“ mitmachten. Wer mindestens vier Fragebögen ausgefüllt hat, erhält von den Studienautoren eine persönliche Auswertung seiner Daten, zudem werden unter allen Teilnehmern zehn Einkaufsgutscheine im Wert von jeweils 50 Euro verlost. Mitmachen kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist.

Eine Prognose über die Ergebnisse wagt Dorota Reis derzeit nicht. Diese seien „naturgemäß völlig offen“. Allerdings skizziert sie zwei mögliche Szenarien: „Im Falle einer Rezession, wenn eine substantielle Menge an Personen ihre Jobs verlieren sollte, wenn die Anzahl an Todesopfern weiterhin steigt, wird es entsprechend auch viele Betroffene geben, die möglicherweise mit einer Reduktion der Lebenszufriedenheit, des Wohlbefindens oder mit Zunahme von psychischen Beeinträchtigungen auf Verlusterfahrungen und allgemeine Unsicherheit reagieren könnten“, sagt Reis. Im gegenteiligen Fall könnten sich manche Lebensbereiche zum Besseren entwickeln. Dazu gehöre zum Beispiel, „dass die Zeit, die man mit der Familie verbringt, zu einer Verbesserung der Beziehungen beiträgt, dass man sich mehr um weiter entfernt lebende Freunde kümmert, neue gute Gewohnheiten entwickelt oder neue Hobbies anfängt“, sagt Reis.

Die Studie soll „mehrere Wochen“ dauern und habe ein offenes Ende, eine Anmeldung ist noch möglich. „Wir hoffen, dass wir im Sommer erste Ergebnisse präsentieren können, aber angesichts der aktuellen Lage ist das noch ungewiss“, betont Studienautorin Reis.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.alles-anders.org