Niedriger Blutdruck ist kein Grund auf die Sauna zu verzichten

Medizin : Die Sauna wirkt wie ein kurzes Sportprogramm

Forscher der Uni Halle sehen keinen Grund mehr, Menschen mit niedrigem Blutdruck den Saunabesuch zu verbieten.

(np) Ein Saunabesuch hat denselben Einfluss auf unser Herz-Kreislauf-System wie eine kurze Sporteinheit, erklären Sportwissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg. Auch der Puls erhöhe sich beim Saunabesuch im selben Maß wie bei einem moderatem Sportprogramm. Bislang sei angenommen worden, „dass sich die Gefäße durch die Hitze weiten und so der Blutdruck abfällt“, erklärt der Sportwissenschaftler Dr. Sascha Ketelhut. Deshalb sei früher Menschen mit niedrigem Blutdruck und Herz-Kreislaufstörungen von Saunabesuchen abgeraten worden.

Die Wissenschaftler aus Halle ließen 19 Freiwillige schwitzen, um den Saunaeffekt zu untersuchen. Sie mussten 25 Minuten in die Heizkabine, während die Forscher Blutdruck und Puls maßen. Dabei habe sich gezeigt, dass Blutdruck und Herzfrequenz während des Saunabesuchs steigen. Die Werte seien erst einige Zeit nach der Schwitzkur wieder unter das Ruheniveau vor dem Saunagang gefallen.

Für den zweiten Teil der Studie setzten die Forscher die Versuchsteilnehmer auf ein Fahrradergometer und ließen sie ein kurzes Training absolvieren. Die Testpersonen hätten beim Saunabesuch Blutdruck- und Herzfrequenzwerte wie bei einer Belastung von 100 Watt auf dem Fahrradergometer gehabt, sagt Ketelhut.

Für Menschen mit niedrigem Blutdruck gibt der Sportwissenschaftler in Sachen Sauna deshalb Entwarnung. Nur danach müssten Menschen mit niedrigem Blutdruck Vorsicht walten lassen, da der  Druck dann abfallen könne. „Ein Saunabesuch ist eine körperliche Belastung. Längerfristig stellen sich dabei ähnliche positive Effekte wie beim Sport ein“, so Ketelhut. Beim Abnehmen helfe das grundsätzlich gesundheitsförderliche Schwitzen allerdings überhaupt nicht. „Zwar verliert man Gewicht, aber das ist nur die Flüssigkeit, die man ausschwitzt.“

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