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Kinder-Uni
Reise in Kopf und Körper bei der Kinder-Uni

 Auch in diesem Semester hofft das Team der Kinder-Uni Saarbrücken auf einen vollen Hörsaal bei allen Vorlesungen. Für das Wintersemester hatten sich über 700 Schüler und Schülerinnen für die vier Vorlesungen angemeldet.
Auch in diesem Semester hofft das Team der Kinder-Uni Saarbrücken auf einen vollen Hörsaal bei allen Vorlesungen. Für das Wintersemester hatten sich über 700 Schüler und Schülerinnen für die vier Vorlesungen angemeldet. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Am 8. Mai startet die Kinder-Uni in ihr Sommersemester. Wer an den drei Vorlesungen teilnehmen möchte, kann sich ab jetzt anmelden. Von Esther Simon

In knapp zehn Wochen, am 8. Mai, startet die Saarbrücker Kinder-Uni in eine neue Runde. Für das Sommersemester 2019 hat sich das Team ein umfangreiches und interessantes Programm überlegt. In drei Vorlesungen wollen die Dozenten mit euch spannende neue Themen erforschen. Im Audimax, dem größten Hörsaal auf dem Saarbrücker Campus der Universität, könnt ihr mit ihnen gemeinsam die einzelnen Forschungsfelder erkunden und ihnen Löcher in den Bauch fragen.


Wer in diesem Sommersemester an der Kinder-Uni teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 13. April anmelden. Wie das geht, könnt ihr in der Infobox links oben neben diesem Text nachlesen.

Los geht es am 8. Mai um 16.15 Uhr mit der Frage, was eigentlich in unserem Gehirn passiert, wenn wir lernen. Der Neurowissenschaftler Christoph Krick befasst sich mit dieser Frage. Ältere Kinder werden ihn aus der „Gehirnwerkstatt“, einem Schülerforschungszentrum an der Universitätsklinik und der Robert-Bosch-Schule in Homburg kennen. Er geht dort gemeinsam mit Schülern zum Beispiel der Frage nach, welche Prozesse im Gehirn ablaufen, wenn man einen Ohrwurm hat.



In seiner Vorlesung will er erklären, was im Gehirn alles passiert, wenn man Mathe lernt und warum die einen besser und die anderen schlechter in diesem Fach sind. Auch bekommt ihr Einblicke, wie Lernspiele dabei helfen können, euch Dinge besser zu merken. Darüber hinaus will er seinen jungen Studenten auch Einblicke in seine Forschung zu diesem Thema geben und zeigen, wie man die Wirkung von digitalen Spielen auf das Gehirn beobachten und erforschen kann.

 Gleich zweimal in diesem Semesters geht es um das menschliche Gehirn. So auch in der Vorlesung zum Spracherwerb von Nele Hartung.
Gleich zweimal in diesem Semesters geht es um das menschliche Gehirn. So auch in der Vorlesung zum Spracherwerb von Nele Hartung. FOTO: Iris Maria Maurer

Am 29. Mai begibt sich der Chefarzt einer der chirurgischen Abteilungen des Winterbergklinikums Saarbrücken, Gregor Stavrou, mit euch auf eine Reise in euren Körper. Gemeinsam mit ihm entdeckt ihr die Organe in eurem Bauch wie etwa die Leber. Die Leber ist das zweitgrößte Organ des Menschen und nicht nur wegen ihrer Funktion bei der Verdauung wichtig. Auch andere Organe wie den Dickdarm oder die Nieren werdet ihr kennenlernen. In seiner täglichen Arbeit wird Dr. Stavrou häufig damit konfrontiert, dass Patienten Angst vor einer Operation haben, die er an ihnen durchführen muss. Dies ist nicht nur bei Kindern der Fall. Warum diese Angst bei vielen, vor allem kleineren, Eingriffen unbegründet ist, möchte er seinen jungen Studenten erklären. Als Beispiel wird er typische Operationen, denen man sich eventuell als Kind unterziehen muss, nehmen. Hierzu zählen etwa eine Mandel- oder Blinddarmentfernung. Er möchte zeigen, wie genau so eine Operation abläuft und dass die Angst der meisten Menschen unbegründet ist.

Die letzte Vorlesung des Sommersemesters am 26. Juni befasst sich mit einer Frage, die sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt hat: „Wie habe ich eigentlich sprechen gelernt?“. Sprechen kommt einem so selbstverständlich vor, dass man ganz vergessen hat, wie das eigentlich funktioniert. Nele Hartung lehrt an der Universität des Saarlandes am Lehrstuhl für Neuere deutsche Sprachwissenschaft und beschäftigt sich dort mit diesem Thema.

 In ihrer Vorlesung wird sie ihre jungen Studenten bis zu den Anfängen des menschlichen Spracherwerbs mitnehmen. Dieser beginnt nicht, wie manche meinen, erst im ersten Lebensjahr, sondern bereits im Mutterleib. Babys erkennen die Stimme der Mutter und die Muttersprache von Anfang an. Dies liegt daran, dass sich das Innenohr bereits im Mutterleib öffnet und der Mensch daher schon vor der Geburt alles hört. Sprachbad nennen das die Sprachwissenschaftler. Kinder erlernen durch ihre Umgebung beiläufig die Sprache, da sie dieser tagtäglich ausgesetzt sind.

Die Vorlesungen finden immer mittwochs von 16.15 Uhr bis 17 Uhr statt und werden für die Eltern in einen gesonderten Hörsaal live übertragen. Den Audimax dürfen nur die Studenten der Kinder-Uni betreten. Die Livevideos werden im Anschluss auf dem YouTube-Kanal der Kinder-Uni hochgeladen.
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