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| 20:20 Uhr

Vom Hörsaal ins Präsidium

Saarbrücken. Die Idee, dass ein Student der Saar-Uni als Vize-Präsident mit den ranghöchsten Uni-Vertretern an einem Tisch sitzt und wichtige Entscheidungen fällt, ist zwei Jahre alt. Die damaligen Asta-Vorsitzenden Desirée Kraemer und Marc Großjean traten damit an den Uni-Präsidenten Volker Linneweber heran, der Bereitschaft signalisierte Von SZ-Redaktionsmitglied Philip Weber

Saarbrücken. Die Idee, dass ein Student der Saar-Uni als Vize-Präsident mit den ranghöchsten Uni-Vertretern an einem Tisch sitzt und wichtige Entscheidungen fällt, ist zwei Jahre alt. Die damaligen Asta-Vorsitzenden Desirée Kraemer und Marc Großjean traten damit an den Uni-Präsidenten Volker Linneweber heran, der Bereitschaft signalisierte. Seitdem hat sich jedoch nicht viel getan, denn das Universitätsgesetz verhindert, dass ein Student ins Präsidium gelangen kann. Es schreibt vor, dass Vize-Präsidenten "nur aus dem Kreis des hauptberuflich tätigen wissenschaftlichen Personals bestellt werden" können. "Das Gesetz müsste also um den Halbsatz ergänzt werden, dass auch Studenten für das Amt in Frage kommen", erklärt Strauch. Zu einer Novellierung des Universitätsgesetzes, die für Frühjahr 2012 vorgesehen war, kam es nicht, weil die Jamaika-Koalition platzte. Deshalb führt der Asta nun erneut Gespräche mit den Landtagsfraktionen.Während sich die Studentenvertreter der Rückendeckung von Grünen, der Linken und den Piraten sicher sein kann, ist man bei den Regierungsparteien vorsichtiger. "Wir begrüßen grundsätzlich eine stärkere Beteiligung der Studierenden", erklärt Sebastian Thul, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Doch noch seien zu viele Fragen offen. Unter anderem sei nicht geklärt, wer den studentischen Vize-Präsidenten wählt. Eine entsprechende Wahlordnung erarbeitet der Asta derzeit, erklärt Strauch.

Einer baldigen Gesetzesänderung im betreffenden Punkt erteilt Thomas Schmitt, hochschulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, eine Absage. "Das Hochschulrecht soll im Verlauf dieser Legislaturperiode in seiner Gesamtheit auf den Prüfstand. Wenig sinnvoll sind daher Änderungen in Teilbereichen." Er persönlich stehe dem Thema studentischer Vize-Präsident kritisch gegenüber, da es bislang kaum Erfahrungswerte gebe.

Erfahrung mit einem solchen Amt haben Studenten und Hochschulleitung an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen. Dort gibt es den studentischen Vize-Präsidenten schon im dritten Jahr. "Wir fanden es komisch, dass die mit Abstand größte Gruppierung der Hochschule nicht im Präsidium vertreten ist", erklärt Präsidiumsmitglied Tim Göbel: "Deshalb haben wir uns für die Einrichtung des Amts entschieden und haben es bis heute nicht bereut." Derzeit ist die 22-Jährige Nora Schäfer studentische Vize-Präsidentin. Sie versteht sich als Vermittlerin: "Ich bin nicht die klassische studentische Interessenvertretung. Ich bin zwar Studentin, im Moment aber vor allem Mitglied der Hochschulleitung."

Dass Interessen vermischt würden, befürchtet der Universitätsrat der Saar-Uni: "Wir halten es für problematisch, dass ein Mitglied einer Gruppierung, in diesem Fall der Studierendenschaft, im Präsidium die Anliegen dieser Gruppierung vertritt", erklärt Ulrich Gäbler, Vorsitzender des Rates. Grundsätzlich spreche aber nichts gegen einen Studenten als Vizepräsidenten.

Die Universitätsleitung steht der Einführung weiterhin positiv gegenüber, verweist aber auf die Bedenken des Rates: "Einen konkreten Zeitplan, ob und wann es einen studentischen Vizepräsidenten geben könnte, gibt es nicht", erkärt Uni-Sprecher Thorsten Mohr.

Dass seine Idee in der Politik auf Zustimmung angewiesen ist, hält Marc Großjean, mittlerweile stellvertetender Landesvorsitzender der Piraten an der Saar, für falsch. Die Einführung eines studentischen Vize-Präsidenten solle eine universitäre Entscheidung sein, aus der sich die Politik raushält: "Das Gesetz sollte so geändert werden, dass, wenn die Uni einen studentischen Vize einrichten will, es auch tun kann." "Die Politik sollte sich aus der Entscheidung raushalten."

Marc Großjean, stellv. Landesvorsitzender der Piraten