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Vier Hochschulgruppen, drei Chefs, ein Asta

 Marc Strauch von den Jusos (Mitte) und Sven Clement von der Piraten Hochschulgruppe (rechts) sind die beiden Vorsitzenden des neu gewählten Astas. Marcel Mucker von der Liberalen Hochschule (links) ist ihr Stellvertreter. Foto: Iris Maurer
Marc Strauch von den Jusos (Mitte) und Sven Clement von der Piraten Hochschulgruppe (rechts) sind die beiden Vorsitzenden des neu gewählten Astas. Marcel Mucker von der Liberalen Hochschule (links) ist ihr Stellvertreter. Foto: Iris Maurer
Saarbrücken. Das Ergebnis der Wahlen zum Studentenparlament (Stupa) an der Universität des Saarlandes vor sechs Wochen hat die Vertreter der Hochschulgruppen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gezwungen Von SZ-Redaktionsmitglied Philip Weber

Saarbrücken. Das Ergebnis der Wahlen zum Studentenparlament (Stupa) an der Universität des Saarlandes vor sechs Wochen hat die Vertreter der Hochschulgruppen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gezwungen. Erstmals in der Geschichte der saarländischen Studierendenschaft wird der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) von vier Hochschulgruppen getragen - eine Zweier- oder Dreierkonstellation waren nicht möglich.Vorsitzender bleibt der Juso Marc Strauch (27), der nun mit seinem bisherigen Stellvertreter Sven Clement (23) von den Piraten eine Doppelspitze bildet. Zum neuen Stellvertreter wählte das Stupa Marcel Mucker von der Liberalen Hochschulgruppe. Die Aktiven Idealisten stellen keinen Vorsitzenden.


Breite Mehrheit im Stupa



Größere Unstimmigkeiten in einer Viererkoalition fürchten die Vorsitzenden nicht: "Wir führen hier keine ideologischen Grabenkämpfe, wir sind da sehr pragmatisch", erklärt Sven Clement. Die Konstellation, die im Stupa eine breite Mehrheit hat, sei vielmehr ein Vorteil, um die anstehenden Probleme anzugehen, ergänzt Marc Strauch.

Argwöhnisch betrachtet die neue Spitze die seit Jahren sinkende Wahlbeteiligung. Während 2011 noch 15 Prozent der Studenten den Weg an die Wahlurne geschafft hatten, waren es in diesem Jahr gerade noch zehn Prozent der insgesamt 16 892 Wahlberechtigten. Diesen Trend wollen sie stoppen. Viele Studenten hätten keine Zeit, sich über die Arbeit des Astas zu informieren, meint Mucker: "Wir müssen dahin gehen, wo die Studenten eh schon sind - in die Mensa und die Hörsäle." Außerdem sollen die Asta-News und die Auftritte in sozialen Netzwerken überarbeitet werden.

Ein weiteres Topthema auf der Agenda ist die Einrichtung eines studentischen Uni-Vizepräsidenten. Ein Konzept dafür wurde bereits in der vergangenen Legislaturperiode in Kooperation mit dem Präsidialamt erstellt. Nun gilt es, die Politik davon zu überzeugen: "Wenn die Sommerpause rum ist, stehen Gespräche mit allen Landtagsfraktionen an", erläutert Marc Strauch den Fahrplan. Wenn es ein positives Signal gebe, könne man sich um Detailfragen kümmern. So sei bisher ungeklärt, welchen Status der Student in diesem hohen Amt innehaben werde.

Direkt angehen wollen die Studentenvertreter das Wohnungsproblem, mit dem spätestens im Oktober, zum Beginn des neuen Semesters, wieder viele Studenten zu kämpfen haben werden. Durch den Wegfall des Wohnheims D werde die Situation dieses Jahr sicher noch schlimmer als im Vorjahr, fürchtet Strauch. In Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk und dem Studentensekretariat gelte es, mit Stadt, Land, Wohnungsverwaltungsgesellschaften und den umliegenden Kommunen wie St. Ingbert und Neunkirchen zu klären, wo Wohnraum zur Verfügung steht.

Asta will Engagement stärken

Des Weiteren wollen die Studentenvertreter die Überarbeitung der Bachelor-Studienordnungen kritisch begleiten. Dabei plädieren sie für mehr Flexibilität in den Studiengängen und mehr Eigeninitiative der Studenten. Das Studium sei zu verschult, die Stundenpläne zu voll. "Wir wollen, dass Studenten neben dem Studium wieder nach links und rechts schauen können", erklärt Marcel Mucker. Mit gutem Beispiel gehe die Betriebswirtschaftslehre voran, die darüber nachdenkt, dass sich Studenten Engagement in ihrem Studium anrechnen lassen können. Auch G8 müsse Rechnung getragen werden. Es könne nicht sein, dass in einer Einführungsveranstaltung der Pharmazie 21 von 22 Studenten durchfielen, sagt Sven Clement: "Die Ausgangsvoraussetzungen sind heute andere. Wir müssen schauen, wie man das anpassen kann."

Auf einen Blick

Der Asta wird von einer Koalition aus "Juso Hochschulgruppe Saar und Unabhängige", der "Piraten Hochschulgruppe", der "Liberale Hochschulgruppe Saar und Unabhängige" sowie den "Aktiven Idealisten" gebildet. Darüber hinaus wird der Asta von einem Referenten des RCDS Saar, einem Referenten der Hochschulgruppe MedCamp und drei hochschulgruppenunabhängigen Referenten ergänzt. Insgesamt kümmern sich nun neben sechs angestellten Mitarbeitern 16 Referenten und zwei Projektleiter um die Belange der Studenten der Saar-Uni. wph