Physikstudent der Uni Saarland entwickelt neue Klänge für Lichtschwert

Kostenpflichtiger Inhalt: Überherrn : Saarländer revolutioniert Star Wars

Auf die Effekte der Lichtschwerter von Physikstudent Frederic Folz wären selbst Jedi-Ritter neidisch. Sie zischen und flackern wie im Film. Der Jungunternehmer will mit seiner Klang- und Lichtplatine nicht nur Science-Fiction-Fans überzeugen.

Der Lichtschwertkampf ist seit diesem Jahr eine anerkannte Disziplin im Fechtsport in Frankreich. Ein Saarländer sorgt dafür, dass die Lichtschwerter auch wie die Vorlage aus den „Krieg-der-Sterne“-Filmen klingen. Der 25-jährige Physikstudent Frederic Folz hat eine Platine entwickelt, die in den Griff eingebaut wird und sowohl Ton- als auch Lichteffekte passend zu den Bewegungen der Schwertkämpfer erzeugt.

„Ich habe vor über zehn Jahren als Jugendlicher einen Bericht über Lichtschwertkampf als Sportart gesehen“, erzählt Folz von den Anfängen seiner Idee. Das habe ihn sehr interessiert und er habe ein Lichtschwert zum ersten Mal selbst nachgebaut. „Die Elektronik dafür hatte ich mir bestellt. Damals gaben die Lichtschwerter dann aber höchstens mal einen Ton von sich und das Licht ging an.“

Erst 2016 kam er zufällig wieder in Kontakt mit der Sportart und stellte dabei fest, dass die Szene in der Zwischenzeit gewachsen war. Was die Gestaltung der Effekte für die Schwerter anging, gab es aus seiner Sicht noch immer keine zufriedenstellenden Lösungen – eine Marktlücke. Spontan entschloss sich der Student, der sich schon lange für Elektronik und Programmierung interessierte, die Chance zu ergreifen. Von der Idee bis zu den ersten Tests seiner Licht-und-Klang-Platine dauerte es noch rund zwei Jahre. „Die Programmierung, insbesondere der Bewegungserkennung und der Lichteffekte, hat mit Abstand die meiste Zeit beansprucht“, erinnert sich Folz. Der Marktstart war vor einem Jahr, seitdem arbeite er bereits an einer neuen Version.

Physikstudent Frederic Folz

Doch wie kann eine zwei mal drei Zentimeter kleine Platte solche Effekte erzeugen? Sensoren erkennen Bewegungen und wandeln diese in Geräusche und Lichteffekte um. Damit nicht jede bloß Standardeffekte hat, werden mithilfe einer App die Toneffekte und Lichter am Computer programmiert. „In der neuen Version gibt es 300 LEDs, die verschiedene Farben haben oder wie Feuer flackern können“, erklärt Folz. Auf dem Bildschirm kann man sich anschauen, wie die Programmierung aussehen wird. Die fertigen Effekte werden auf einer Speicherkarte hinterlegt, die einfach in den Griff des Lichtschwertes gesteckt wird. Seine Elektronik hat Folz auf einer sechs Quadratzentimeter großen Platine platziert, die in der nächsten Version noch kleiner werden soll.

Die Firma Sabertec betreibt der 25-Jährige in Überherrn alleine. „Bei der Konstruktion der Platine hatte ich zu Beginn Hilfe von einem freiberuflichen Ingenieur. Ich habe sie dann programmiert.“ Auch die Lichteffekte hat er erstellt. Bei der neuen Version hat Folz die Elektronik selbst weiterentwickelt. „Ich hab mir im vergangenen Jahr selbst angeeignet, wie ich die Hardware erweitern kann.“ Die Herstellung der Platinen übernimmt eine Firma aus Thüringen: „Ein halbes Jahr habe ich nach einem Unternehmen gesucht, das sie gut und kostengünstig herstellen kann.“ Die alte Version seiner Platine „Golden Harvest“ hat Folz mittlerweile rund 1000 Mal verkauft: „Bei der neuen Version erwarte ich deutlich mehr Verkäufe, weil ich für den Vorgänger wenig Werbung gemacht habe, da ich erst mit der neuen Version richtig auf den Markt gehen wollte.“

Zu seinen Kunden gehören jedoch nicht nur Fans der Science-Fiction-Kultfilmreihe. „Ein großer Teil sind Hobbybastler, die teilweise die Griffe selbst herstellen, sich dann das Schwert zusammenbauen und die Elektronik von mir beziehen“, erklärt Folz. „Zum anderen gehören dazu Lichtschwertbauer, die das fertige Produkt verkaufen. Ich liefere ihnen die Elektronik zu.“ Doch auch privat hat der Student bereits Lichtschwerter verkauft: „Meine Professorin hat für ihren Sohn auch eines gekauft. Immer wenn sie Gäste hat, wollen alle auch ein Lichtschwert für sich haben“, berichtet der Physikstudent, der gerade seine Masterarbeit abgegeben hat und nun seine Promotion plant.

„Viele Leute denken, es sei nur Kinderspielzeug, aber das ist es gar nicht. Die Altersstruktur der Fangemeinde ist deutlich höher“, erklärt der Jungunternehmer. Nur wenige Eltern könnten wohl ein solches Geschenk kaufen: „Ein Griff kann auch mal mehrere tausend Euro kosten“, sagt Folz. Mit den fertigen Lichtschwertern können auch Schaukämpfe ausgefochten werden, da die Klingen aus einem speziellen Kunststoff gefertigt werden: „Die sind so widerstandsfähig, dass man damit richtig hart zuschlagen kann.“

www.sabertec.net