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Kritik vom Asta und aus den sozialen Netzwerken
Massiver Protest gegen neue Busfahrpläne auf dem Campus

Der Campus der Universität des Saarlandes.
Der Campus der Universität des Saarlandes. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Weil das Unternehmen nicht genug Fahrer hat, sollen Fahrten gestrichen werden (wir haben berichtet). Von David Seel und Carolin Woirgardt

„Die universitäre Anbindung leidet deutlich unter den Maßnahmen“, beklagt der Asta in einer Mitteilung. An Wochentagen fielen dadurch 43 Fahrten von der Stadt in Richtung Universität aus, das entspreche fast 15 Prozent aller Verbindungen. An Samstagen, an denen die Anbindung ohnehin mangelhaft sei, seien über elf Prozent der Fahrten betroffen. Saarbahn und Verkehrsministerium hätten bei ihren Planungen nicht berücksichtigt, dass Studenten besonders stark auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sein, lautet der Vorwurf. Das sei besonders gravierend, da schon die regulären Verbindungen nicht ausreichten und die Busse, die zum Campus fahren, regelmäßig überfüllt seien.


Auch auf den Facebook-Seiten der Saarbahn und des Asta kochen die Emotionen hoch. So beschwert sich Ann-Katrin Müller, dass die Fahrpläne der verbleibenden Linien Richtung Hochschule nicht auf die Stoßzeiten auf dem Campus ausgreichtet seien. Hendrik Ernst befürchtet, dass die Busse zur Hauptverkehrszeit überfüllt sein werden. „Das heißt dann, bei Wind und Wetter auf den nächsten warten und, falls der überhaupt noch Platz hat, eine Stunde zu spät zum Unterricht zu kommen“, so seine Befürchtung.



Julia Dembrowski pflichtet ihm bei: „Es ist mir nicht klar, wie das funktionieren soll, dass noch überfülltere Busse pünktlicher sein sollen“, sagt sie. Die Argumentation der Saarbahn erschließe sich ihr nicht.

Auch Joscha Meiers zeigt sich wenig begeistert. Er benötige aus der Stadt mit dem Bus mindestens eine halbe Stunde, mit dem Auto dagegen weniger als die Hälfte. „Die Saarbahn und auch die Stadt Saarbrücken muss dafür sorgen, dass der öffentliche Personennahverkehr besser wird“, so seine Forderung. Die Pläne der Saarbahn seien ein Schritt in die falsche Richtung. Beim Busbetreiber ist man anderer Ansicht. „Die Saarbrücker Hochschulen sind trotz angepasstem Fahrplan nach wie vor gut angebunden“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir verstehen selbstverständlich die Sorgen der Studierenden und sind gerne bereit, während der Vorlesungszeit Verstärkerfahrten einzusetzen, sollte genügend Reservepersonal zur Verfügung stehen.“