„2023 ist das Jahr, in dem sich alles ändern wird“ IT-Experte zu ChatGPT: Die Saar-Universität steht vor einer Zeitenwende

Saarbrücken · Die Software ChatGPT sorgt für Aufruhr an den Hochschulen. Von dem KI-Programm können sich Studenten auf Knopfdruck Haus- und Prüfungsarbeiten schreiben lassen. Die Auswirkungen des Programmes auf das Campusleben könnten massiv sein. Die Saar-Uni plant jetzt, Regeln zum Umgang mit damit zu beschließen.

Kevin Baum ist stellvertretender Forschungsbereichsleiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er beschäftigt sich mit dem KI-Programm ChatGPT und plädiert dafür, dass die Uni „jetzt schnell ein Reglement für den Umgang mit der neuen Software“ auf den Weg bringt.

Kevin Baum ist stellvertretender Forschungsbereichsleiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er beschäftigt sich mit dem KI-Programm ChatGPT und plädiert dafür, dass die Uni „jetzt schnell ein Reglement für den Umgang mit der neuen Software“ auf den Weg bringt.

Foto: Iris Maria Maurer

Es gibt Veränderungen im Leben, die sich lange vorher abzeichnen. Und dann gibt es Brüche, die sich plötzlich auftun. In diese Kategorie fällt GPT3. Dieses Programm der Künstlichen Intelligenz (KI) – die Abkürzung steht für „Generative Pre-trained Transformer“ – des US-Unternehmens OpenAI, hat das Potenzial, das Uni-Leben schlagartig und grundlegend umzukrempeln. Denn GPT3 ist in der Lage, Texte zu erzeugen, die von denen eines menschlichen Autors nicht zu unterscheiden sind. In Form der Internet-Anwendung ChatGPT ist die Software seit November des vergangenen Jahres für jedermann frei zugänglich. Der Output der Künstlichen Intelligenz hat einen logischen Aufbau und liest sich flüssig. Und weil die Software auf einen prinzipiell unbegrenzten Datenpool zugreifen kann, ist sie in der Lage, binnen Sekunden Texte beliebiger Länge zu beliebigen Themen auszuwerfen. Mit anderen Worten: ChatGPT, so sehen es seine Kritiker, entwertet schlagartig Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten an Schulen und Hochschulen, weil kein Prüfer ihnen ansehen kann, ob der Autor selbst in die Tasten gegriffen oder geschummelt hat und die Arbeit ganz oder in Teilen vom KI-Programm schreiben ließ.