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Computer-Wissenschaft
Saar-Informatiker erhält EU-Fördergelder

Andreas Bulling arbeitet an der Saar-Uni an neuartigen Computer-Schnittstellen.
Andreas Bulling arbeitet an der Saar-Uni an neuartigen Computer-Schnittstellen.
Saarbrücken. Das Forschungsprojekt von Andreas Bulling, das sich mit neuen Möglichkeiten der Interaktion zwischen Mensch und Maschine beschäftigt, wird von der Europäischen Union mit 1,5 Millionen Euro unterstützt. red

Obwohl die Entwicklung von Computern in den vergangenen Jahrzehnten immer rasantere Fortschritte gemacht hat, fehlt unseren digitalen Helfern noch immer eine wichtige Fähigkeit: den Gefühlszustand der Menschen vor dem Bildschirm einzuschätzen.


Diese für das zwischenmenschliche Verhalten essentielle Eigenschaft will der Saarbrücker Informatiker Andreas Bulling auch Computern vermitteln. Das Ziel seines Forschungsprojekts, das jetzt von der Europäischen Union mit dem mit 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant gefördert wird, ist es, eine neue Generation von Benutzerschnittstellen zu entwickeln. Diese sollen sich eng am Vorbild der zwischenmenschlichen Interaktion orientieren. Dafür will Bulling einen eigenen Forschungsbereich etablieren.

Mit den neuen Schnittstellen sollen Computer in der Lage sein, die Absichten der Nutzer zu analysieren und entsprechend zu reagieren. Sie sollen beispielsweise auch erkennen können, wie aufmerksam jemand bei der Sache ist. Ziel sei, dass Mensch und Computer künftig natürlicher, effizienter und intuitiver zusammenarbeiten können, so die Saar-Uni.



Die Technologie hat laut Brunning viele potenzielle Anwendungsbereiche: So könnten zukünftige Systeme beispielsweise die Informationsbedürfnisse der Nutzer im Vorfeld erkennen oder computerbasiertes Training optimal an die individuellen Fähigkeiten ausrichten. Auch die Diagnose und Therapie von psychischen Erkrankungen wie Autismus könne dann durch Computer vereinfacht werden. Neben diesen Anwendungen sollen aber auch andere Forschungsbereiche von den neu entwickelten Methoden profitieren können, beispielsweise die kognitive Neurowissenschaft oder die Sozial- und Verhaltensforschung.