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Saar-Hochschulen tun sich für bessere Lehrerbildung zusammen

Saarbrücken. Die Ausbildung junger Lehrer leidet oft unter fehlender Praxisnähe. Viel zu spät kommen die angehenden Pädagogen mit echten Klassen in Berührung, kritisieren Studenten wie Ausbilder gleichermaßen. Ein Initiative saarländischer Hochschulen soll das ändern. red

Die drei saarländischen Hochschulen Universität des Saarlandes , Hochschule für Musik und Hochschule der Bildenden Künste haben sich nun im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung " zusammengeschlossen, um die Ausbildung angehender Lehrer zu verbessern. Sie haben das gemeinsame Lernwerkstätten-Projekt Salut gegründet, das Angebote für eine größere Praxisnähe des Studiums erarbeiten soll. Ziel sei es, saarländische Studenten insbesondere auf den Umgang mit unterschiedlich zusammengesetzten Klassen und auf die Unterstützung individualisierter Lernprozesse im Unterricht vorzubereiten, so die Saar-Uni.


Schüler individuell fördern



Diese Themen würden in Schule und Gesellschaft immer wichtiger. Damit wüchsen auch die Anforderungen an die Lehrer . Umso wichtiger sei es, angehenden Lehrkräften im Studium Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen erlauben, jedem Schüler individuell zu begegnen und eigene Lernwege zu ermöglichen.

Dies soll mithilfe spezieller Angebote gelingen: Sie zielen laut Uni auf einen souveränen Umgang mit religiösem Pluralismus und mit Vielfalt von Weltanschauungen ab, und sie greifen die Rolle der Lernbegleitung auf und sollen hochbegabter Kinder finden und fördern. Weitere Themen sind der Umgang mit Mehrsprachigkeit in unterschiedlich zusammengesetzten Klassen und die Entwicklung spezieller Aufgaben für Kinder bildungsbenachteiligter Schichten.

Lehramtsstudenten können bereits seit diesem Wintersemester eine Reihe von Seminarveranstaltungen und Praktika der Lernwerkstätten nutzen. Diese sollen nach einer Evaluation weiterentwickelt, abgestimmt und dauerhaft in die Curricula integriert werden.

Die Teilnehmer des Projekts haben sich in vier Themenschwerpunkten, sogenannten Clustern, organisiert (Bildungswissenschaften, MINT, Sprachen und Mehrsprachigkeit , Ästhetische Bildung/Werteerziehung) und bislang zehn Lernwerkstätten gegründet, die sich teilweise noch im Aufbau befinden.

Mit der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung " wollen Bund und Länder Reformen in der Lehrerbildung anstoßen und unterstützen. Angehende Lehrkräfte sollen auch unter dem Aspekt der inklusiven Bildung besser auf die Schulpraxis vorbereitet werden. Das Verbundprojekt im Saarland wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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