Neuer Geschäftsführer am DFKI

Kostenpflichtiger Inhalt: Neuer Geschäftsführer : Das DFKI startet seine Frankreich-Initiative

Neuer Chef des Saarbrücker Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz plant intensivere Kooperationen in Europa.

(byl) Er habe, so sagt Professor Antonio Krüger, schon einmal „eine große Liste der Dinge gemacht, die jetzt auf mich zukommen“. Der 52-jährige neue Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) übernimmt nach dem überraschenden Rückzug seiner Vorgängerin, Professor Jana Koehler, in der vergangenen Woche (wir haben berichtet) die Amtsgeschäfte des Saarbrücker Forschungszentrums im laufenden Betrieb. Das geschehe allerdings in wirtschaftlich für das DFKI hervorragenden Zeiten, so Krüger. Angesichts eines zehnprozentigen Wachstums in diesem Jahr, einer Reihe von Anfragen deutscher Bundesländer, die an DFKI-Dependancen Interesse zeigten, und des allgemeinen Aufwärtstrends, den das Thema Künstliche Intelligenz erfasst habe, stehe die Forschungs-GmbH sehr gut da.

Gleichwohl stünden, so Antonio Krüger, in den kommenden Monaten eine Reihe inhaltlicher und organisatorischer Fragen auf der Tagesordnung. Als neue wissenschaftliche Ziele definiert er unter anderem die Entwicklung ressourcenschonender Verfahren des maschinellen Lernens, die mit weniger Aufwand bei der Datenerhebung möglichst dieselben Lernerfolge wie die etablierten Methoden erreichen sollen. Denn die stießen bald an ihre Grenzen. Das DFKI müsse seine Rolle als Innovationsmotor für die Wirtschaft erweitern, um dem Mittelstand neue Lösungen bieten zu können. Schließlich will Antonio Krüger grenzüberschreitende Kontakte ausbauen und zum Beispiel mit Partnern aus der Forschungslandschaft Frankreichs unter dem Arbeitstitel „KI für den Menschen“ eine EU-Initiative starten. Dazu sei im Januar des kommenden Jahres eine große Tagung in Saarbrücken geplant, bei der es unter anderem um Fragen aus dem Gesundheitswesen und um die Themen Robotik und Industrie 4.0 gehe.

Antonio Krüger war bisher am DFKI wissenschaftlicher Direktor des Forschungsbereichs „Kognitive Assistenzsysteme“. Der Wissenschaftler ist seit zehn Jahren Inhaber der Globus-Stiftungsprofessor für Informatik der Saar-Uni und gründete 2010 den Studiengang Medieninformatik.

Antonio Krüger studierte an der Saar-Uni Informatik und Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1999 bei Professor Wolfgang Wahlster, dem Gründungsdirektor des DFKI, zum Thema „Automatische Abstraktion in 3D-Graphiken“. Nach fünf Jahren an der Universität Münster, wo er ab 2004 Professor für Informatik und Geoinformatik war, kam er 2009 zurück nach Saarbrücken.