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Neuer Anlauf für die Exzellenz-Initiative

Saarbrücken. Im Jahr 2018 beginnt die nächste Runde der Exzellenzinitiative der Hochschulen in Deutschland. Die Saar-Universität wird sich daran beteiligen, wahrscheinlich mit mehr als nur einem Projekt. Peter Bylda

Die Saar-Universität bereitet sich auf einen neuen Durchgang in der Exzellenzinitiative vor, dem Forschungswettbewerb der deutschen Hochschulen. "Selbstverständlich werden wir trotz unserer Sparsorgen wieder antreten", so Uni-Präsident Volker Linneweber . Als Kandidat gesetzt gilt in Saarbrücken die vielfach ausgezeichnete Informatik. Nachgedacht, so der Uni-Präsident, werde auch über ein Projekt aus dem Bereich Nanotechnologie, Biowissenschaften und Medizin (Nano-Bio-Med).

Am vergangenen Freitag hatte eine vom Schweizer Wissenschaftler Dieter Imboden geleitete Expertenkommission ihren Bericht zur Exzellenzinitiative vorgelegt (wir haben berichtet). Er stößt an den Unis nicht nur deshalb auf Zustimmung, weil er eine "chronische Unterfinanzierung der Hochschulen" beklagt, sondern auch, weil er direkt Konsequenzen zieht. Zusätzlich zum Preisgeld des Forschungswettbewerbs sollen erfolgreiche Hochschulen eine 20-prozentige "Universitätspauschale" als strategische Hilfe erhalten, so das Gutachten. Das klingt prima - doch gelte es erst einmal abzuwarten, was davon politisch umgesetzt werde, so der Uni-Präsident.

500 Millionen Euro soll der Forschungswettbewerb jährlich an die deutschen Hochschulen ausschütten. Das ist eine beträchtliche Summe und doch nach einer Kalkulation der Saar-Uni weniger, als die Schweiz jährlich der École Polytechnique Fédérale de Lausanne oder der ETH Zürich zur Verfügung stellt.
"Eine gute Nachricht"



Hans-Peter Seidel, der Leiter des Saarbrücker Exzellenzclusters "Multimodal Computing and Interaction" sieht die Entwicklung grundsätzlich positiv. "Die Exzellenzinitiative wird fortgesetzt. Das ist eine gute Nachricht." Auch die Konzentration auf die Forschungsförderung in sogenannten Clustern begrüßt der Informatikprofessor der Saar-Uni. "Ich sehe eine Reihe hervorragend aufgestellter Bereiche in Saarbrücken ", erklärt Seidel und verweist ebenfalls auf das Thema Nano-Bio-Med.

Bei der von der Imboden-Kommission vorgeschlagenen Verteilung der Finanzen sei jedoch absehbar, dass maximal 40 Forschungscluster und zehn Exzellenz-Universitäten gefördert werden könnten. Das werde in jedem Fall zu einem extrem harten Wettbewerb der Hochschulen führen. "Auch für die Informatik wird das kein Selbstläufer", so Seidel. Bei ihrer nächsten Zusammenkunft im April wollen sich die Saarbrücker Computerwissenschaftler über ein mögliches Thema für den Wissenschaftswettbewerb Gedanken machen.