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Dreimal so viele wie noch vor einem Jahr
Immer mehr Flüchtlingen gelingt der Schritt ins Studium

Wie hier in Bremen studieren an deutschen Universitäten mittlerweile mehr Menschen mit Flüchtlingsstatus als noch vor einem Jahr.
Wie hier in Bremen studieren an deutschen Universitäten mittlerweile mehr Menschen mit Flüchtlingsstatus als noch vor einem Jahr. FOTO: dpa / Carmen Jaspersen
Bonn. Die Integration von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, geht an deutschen Hochschulen voran. Die Zahl der Neu-Immatrikulationen steigt. Von David Seel

Für Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, ist der Weg an eine deutsche Universität oftmals steinig. Neben zu geringen Sprachkenntnissen sind es oft Probleme mit Zeugnissen oder anderen Dokumenten, die das bürokratische Prozedere erschweren. Viele Betroffene müssen deshalb trotz hervorragender Qualifikationen jahrelang auf einen Studienplatz warten. Wie eine Umfrage der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) jetzt ergeben hat, scheint sich diese Situation aber zumindest für einige Geflüchtete langsam zu entspannen.


So habe sich die Zahl der Neu-Immatrikulationen von Flüchtlingen im Wintersemester 2017/18 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf fast 3000 verdreifacht. Die Frauenquote entspreche mit rund 25 Prozent ungefähr dem Anteil von Frauen an der Gesamtzahl von Geflüchteten, „die nach Alter und Qualifizierung als studierfähig gelten“, so die HRK. „Immer mehr Flüchtlinge sind in der Lage, wirklich ein Studium aufzunehmen“, sagt HRK-Präsident Horst Hippler. Ein wichtiger Faktor seien gezielte Beratungsangebote vonseiten der Hochschulen.

Aber auch nach den Einstiegshürden seien längerfristige Beratungsangebote notwendig, so Hippler. „Um den Studienerfolg zu sichern, müssen die Hochschulen eine spezielle fachliche Begleitung sicherstellen“, so die Einschätzung des HRK-Präsidenten.



Zur Finanzierung des Studiums sind viele Flüchtlinge auf Förderungen angewiesen. Um sie zu unterstützen, erlassen laut HRK verschiedene Hochschulen etwa Verwaltung- und Zulassungsgebühren. Verschiedene Stiftungen und Organisationen gewährten zudem Stipendien und besondere Unterstützung beim Spracherwerb. „Die Finanzierung der Lebenshaltungskosten stellt Flüchtlinge vor große Herausforderungen, bei denen sie Beratung brauchen“, sagt HRK-Präsident Horst Hippler.

Anerkannte Flüchtlinge können Bafög beim Studentenwerk beantragen, unabhängig davon, wie lange sie bereits in Deutschland sind. Das gilt jedoch nicht für Asylbewerber, über deren Antrag  noch nicht entschieden ist. Sie müssen sich an das Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wenden, das auf seiner Webseite mehrsprachige Informationsangebote bereitstellt.

www.studentenwerk-saarland.de

www.bamf.de