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HTW-Mathematiker vermitteln zwischen Theorie und Praxis

Gastrednerin Bärbel Barzel von der Uni Duisburg-Essen bot saarländischen Lehrern eine Blick von außen auf das hiesige Schulsystem. Foto: HTW
Gastrednerin Bärbel Barzel von der Uni Duisburg-Essen bot saarländischen Lehrern eine Blick von außen auf das hiesige Schulsystem. Foto: HTW FOTO: HTW
Saarbrücken. Sind Schüler heutzutage wirklich schlechter auf ein mathematisches Studium vorbereitet als noch vor 20 Jahren? Welche Rolle spielt die Einführung des Abiturs nach der zwölften Jahrgangsstufe (kurz: G8)? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich der Dialogtag "Mathematik an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule", den die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) alljährlich veranstaltet.

In diesem Jahr befasste sich der Kongress mit den Möglichkeiten, mathematische Basiskompetenzen in der Schule zu vermitteln. Laut Anke Leiser, Koordinatorin zwischen der HTW und den saarländischen Schulen, sind solche Kompetenzen, die über das einfache Lösen von Aufgaben hinausgingen, in der Vergangenheit zu wenig gefördert worden. Der Fokus hätte zu sehr auf der reinen Anwendung mathematischer Regeln gelegen, tieferes Verständnis der zugrunde liegenden Fragestellungen sei aber kaum gefördert worden.



Bärbel Barzel, Professorin für mathematische Didaktik an der Universität Duisburg-Essen, die zum diesjährigen Dialogtag als Hauptreferentin geladen war, teilt diese Einschätzung: "In technischen Studiengängen kommt es häufig vor, dass die Studenten zwar wissen, wie sie ein Integral berechnen müssen, aber nicht warum oder was das eigentlich ist", so Barzel. Der stark anwendungsorientierte Aufbau der Lehrpläne sei laut Barzel auch durch die überhastete Einführung der G8-Reform zustande gekommen. So seien weder Lehrer noch Lehrpläne ausreichend auf G8 vorbereitet gewesen.

Im Saarland habe man allerdings an den Schwächen der Lehrpläne gearbeitet und setze seit einiger Zeit andere Schwerpunkte, was insgesamt zu einer breiteren mathematischen Ausbildung beitragen würde. Generell sei die Kooperation zwischen saarländischen Schulen und Hochschulen im mathematischen Bereich hervorragend, so die Professorin.

Ziel des Mathe-Max-Projekts der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der HTW, das den Dialogtag veranstaltet, ist es, ein Verbindungselement zwischen Schulen und Hochschulen zu schaffen. Damit soll sichergestellt werden, dass Schülern die Fähigkeiten mitgegeben werden, die sie für ein mathematisches Studium brauchen, um ihnen einen leichteren Einstieg in diese Studiengänge zu ermöglichen.