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Forschungspreis für Visionär der Computergrafik

Saarbrücken. Nur alle zwei Jahre vergibt Eurographics, die im Jahr 1980 gegründete europäische Vereinigung für Computergrafik, ihren "Distinguished Career Award"

Saarbrücken. Nur alle zwei Jahre vergibt Eurographics, die im Jahr 1980 gegründete europäische Vereinigung für Computergrafik, ihren "Distinguished Career Award". Er soll herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet würdigen - dazu rechnet Eurographics nicht nur wegweisende Beiträge in der Forschung, sondern auch bei der Ausbildung von Hochschullehrern, die ihrerseits Bahnbrechendes geleistet haben.Der Preis, der als die höchste Auszeichnung des Fachgebiets auf europäischer Ebene gilt, geht in diesem Jahr erstmals nach Deutschland. Ausgezeichnet wird Professor Hans-Peter Seidel, Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Seidel ist Sprecher des Informatik-Exzellenzclusters "Multimodal Computing and Interaction" der Saar-Universität. Im Saarland wurde er in den vergangenen Jahren einem breiten Publikum durch seine Vorträge im Rahmen der Wissenschaftsmatinée des Wissenschaftsforums bekannt. Der Informatiker entwickelte Algorithmen für moderne Grafikhardware in Computern, mit denen es heute möglich ist, natürlich erscheinende dreidimensionale Bildschirmdarstellungen jedes beliebigen Objekts zu erzeugen.



Aktuelle Anwendungen dieser Methoden reichen weit über 3-D-Animationen hinaus. So können mittlerweile in Echtzeit Filmsequenzen bearbeitet werden, der Alterungsprozess eines Gesichts lässt sich simulieren, die Programme helfen gar als virtuelle Stilberater bei der Wahl des passenden Make-ups.

Professor Dr. Hans-Peter Seidel (54) promovierte und habilitierte an der Universität Tübingen. Seit dem Jahr 1999 ist der Träger des Leibniz-Preises Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken und Professor der Saar-Universität. Seidel ist unter anderem Mitglied des Governance Board des vom Computerkonzern Intel an der Saar-Uni eingerichteten Visual Computing Instituts. byl

Foto: uds