Elektroroller für die Verwaltung

Saar-Uni und HTW : Hochschulen starten Elektro-Offensive

Die Universität des Saarlands und die Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft schaffen für die Mitarbeiter ihrer Verwaltungen Elektrofahrzeuge an. Vier neue Roller für die Saar-Universität.

Fast 200 Mitarbeiter der Verwaltung hat die Saar-Universität im vergangenen Jahr ins Exil geschickt. Statt auf dem Campus im Saarbrücker Stadtwald arbeiten sie mittlerweile in einem mehr als zwei Kilometer entfernten ehemaligen Telekom-Gebäude am Meerwiesertalweg. Die Ursache für den Umzug war simpel: Es gibt nicht mehr ausreichend Platz für Wissenschaft und Verwaltung auf dem Saarbrücker Campus. Mehrere marode Gebäude müssen dort saniert oder abgerissen werden (wir haben berichtet). Und da bereits Berufung­en auf Professuren geplatzt sind, weil es an geeigneten Flächen für die Bewerber fehlte, musste die zentrale Verwaltung umziehen.

Zwar hat das Präsidium der Universität zwischenzeitlich den Startschuss für ein großes Investitions- und Bauprogramm gegeben, das in den kommenden sieben Jahren 35 Millionen Euro umfasst, die zu großen Teilen in Bauprojekte fließen sollen, doch wird es einige Jahre dauern, bis die Uni-Mitarbeiter zurück in ihre angestammten Büros ziehen können.

Aus diesem Grund soll die Saarbrücker Verwaltung der Hochschule jetzt aufgerüstet werden. Das Präsidium will eine Elektro-Offensive starten. Zwei Elektroautos, Modell Renault Zoe, rollen bereits seit einem Jahr im Dienst der Saar-Universität durchs Land. Bis zu 4000 Kilometer legen diese Elektroautos der Uni­verwaltung dabei im Jahr zurück, erklärt Andreas Köhl, er ist Dezernatsleiter Zentrale Beschaffung der Hochschule.

Im kommenden Jahr soll nun dieser elektrische Fuhrpark der Hochschule um vier Zweiräder erweitert werden. Geplant sei der Kauf von vier Elektrorollern für jeweils rund 2000 Euro, erklärt Andreas Köhl. Bei einem dreitägigen Test hätten die Mitarbeiter der Hochschulverwaltung solche Roller bereits zur Probe fahren können. Die Rückmeldungen seien „sehr positiv“ gewesen.

Weil die Hochschule für ihre Elektromobile künftig auch weitere Stromtankstellen benötige, sollen zusätzlich zu den beiden öffentlichen Ladestationen am Parkdeck am Meerwiesertalweg und an der Buchhandlung auf dem Campus zwei weitere Stationen eingerichtet werden.

Dass vier Elektroroller für knapp 200 Mitarbeiter vermutlich nicht ausreichen werden, liegt auf der Hand. Aus diesem Grund werde derzeit darüber nachgedacht, das Elektroprogramm auszuweiten. Zur Debatte stehe die Anschaffung eines halben Dutzends Pedelecs, erklärt Andreas Köhl.

Auch die Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) setzt für die Zukunft verstärkt auf Elektromobilität. In den kommenden Wochen wird es neben einem bereits vorhandenen Dienstfahrzeug mit Elektroantrieb noch ein weiteres Elektromobil für die Mitarbeiter der Verwaltung geben, wie Georg Mahringer, Vizepräsident für Verwaltung und Wirtschaftsführung an der Hochschule, erklärt.

Ein erstes Elektrofahrrad wurde von der Hochschule im Jahr 2016 für den Campus in Alt-Saarbrücken angeschafft, ein weiteres steht mittlerweile den Mitarbeitern am Campus Rotenbühl zur Verfügung. Die würden dieses Angebot oft und gerne annehmen und mit dem E-Bike zu den übers Stadtgebiet verteilten Standorten der Hochschule radeln oder auch mal Termine in der Stadt wahrnehmen, „ganz ohne dabei ins Schwitzen zu kommen“, so Mahringer.

Sowohl am Campus Alt-Saarbrücken als auch am Rotenbühl gibt es eine HTW-Ladestation für die Elektrofahrzeuge. „Wir führen derzeit Gespräche mit den Energieversorgungsunternehmen, um die Ladeinfrastruktur noch weiter auszubauen“, so der Vizepräsident. Die Nachfrage von Studierenden und Mitarbeitern sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.

Bei ersten Testfahrten von Mitarbeitern der Uni-Verwaltung in Saarbrücken saßen unter anderem Mohamed Drine und Bahcet Dengiz am Lenker. Foto: Universität des Saarlandes

Die Ergebnisse der Elektro-Offensive sind an der HTW auch Gegenstand wissenschaftlichen Interesses. Dort wollen Ingenieure die mit den Fahrzeugen gesammelten Daten für ihre Forschung nutzen. Denn die Hochschule will sich diesem Thema künftig wissenschaftlich stärker widmen.