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Nichts für Müßiggänger
Ein Fernstudium erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen

Ein Studium in den eigenen vier Wänden bietet viele Annehmlichkeiten. Allerdings müssen sich Fernstudenten immer wieder selbst motivieren.
Ein Studium in den eigenen vier Wänden bietet viele Annehmlichkeiten. Allerdings müssen sich Fernstudenten immer wieder selbst motivieren. FOTO: dpa-tmn / Christin Klose
Marseille/Göttingen. Wenn andere gemütlich in den Feierabend starten, hat Maximilian Schrader andere Pläne. Er arbeitet in Vollzeit bei einer französischen Containerschiff-Reederei und absolviert gleichzeitig im Fernstudium seinen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre. „Ich finde es praktisch, weil ich das so organisieren kann, wie es in meinen Alltag passt“, sagt Schrader. Alle Studienunterlagen bekommt er per Post zugeschickt, kann aber auch online darauf zugreifen. Die Prüfungen laufen im Fernstudium genauso ab wie an einer Präsenzuni. Im Ausland legen sie Studenten zum Beispiel an deutschen Schulen oder am örtlichen Goethe-Institut ab.

Wenn andere gemütlich in den Feierabend starten, hat Maximilian Schrader andere Pläne. Er arbeitet in Vollzeit bei einer französischen Containerschiff-Reederei und absolviert gleichzeitig im Fernstudium seinen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre. „Ich finde es praktisch, weil ich das so organisieren kann, wie es in meinen Alltag passt“, sagt Schrader. Alle Studienunterlagen bekommt er per Post zugeschickt, kann aber auch online darauf zugreifen. Die Prüfungen laufen im Fernstudium genauso ab wie an einer Präsenzuni. Im Ausland legen sie Studenten zum Beispiel an deutschen Schulen oder am örtlichen Goethe-Institut ab.


Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung waren in Deutschland im Wintersemester 2016/17 rund 158 000 Studierende in Fernstudiengängen für einen Bachelor oder einen Master eingeschrieben. 80 Prozent der Studierenden an der Fernuni seien berufstätig und wollen sich nebenbei weiterbilden, sagt Susanne Bossemeyer von der staatlichen Fern-Universität in Hagen. „Eine ganze Reihe ist in Elternzeit und nutzt diese Phase, um sich auf neue berufliche Herausforderungen einzustellen.“

Manche Studenten belegen nur einzelne Module, beispielsweise im Marketingbereich, oder absolvieren spezielle Weiterbildungspakete, etwa im Bereich Umweltwissenschaften. Auch für Berufserfahrene ohne Abitur gibt es Möglichkeiten zu studieren. „Ganz oft sind das Menschen, die dieses Studium mit großer Ernsthaftigkeit und Motivation aufnehmen“, sagt Bossemeyer.

Maximilian Schrader ist fast fertig mit seinem Studium. Die Herausforderung sei, sich immer wieder zu motivieren. „Es gibt Momente, da fällt es einem schwerer.“ Wichtig sei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. „Wenn man weiß, dass man die nötige Selbstdisziplin nicht hat, sollte man es sich nochmal überlegen.“ Denn wann er für Kurse lernt und wann er die Klausuren schreibt, bestimmt Schrader selbst. Das ist einerseits praktisch, erfordert andererseits aber ein hohes Maß an Organisation und Disziplin. „Ich habe mir am Anfang meines Studiums einen Plan gemacht. Das fand ich extrem wichtig.“

Die Bildungsanbieter versuchen, das Studium durch entsprechend aufbereitete Unterrichtsmaterialien, virtuelle Sprechstunden und telefonische Hotlines zu erleichtern. Neben ausführlichen Skripten gibt es Erklär-Videos und Vorlesungen zum Nachhören. Solche digitalen Angebote nutze er gerne und häufig, erzählt Schrader.



Bei Präsenz-Veranstaltungen in virtuellen Klassenräumen können Studierende lernen, Thesen zu verteidigen und zu diskutieren. „Ob ich in Hongkong bin oder in Duisburg – es ist gut, mit anderen Studierenden auch persönlich im Austausch zu sein“, sagt Susanne Bossemeyer. Die Fern-Universität Hagen hat dafür eigene Regionalzentren, in denen sich ihre Kunden treffen und etwa Arbeitsgruppen gründen können.

Doch egal, wie hoch die Motivation ist: „Irgendwann kommt ein Tief, das ist völlig normal“, sagt Mirco Fretter, Präsident des Fachverbands Forum Distance-Learning. Die Kunst für Bildungsanbieter sei, dies zu erkennen und rechtzeitig Kontakt zu den betroffenen Studierenden aufzunehmen. Susanne Bossemeyer rät Teilnehmern deshalb auch, Rückhalt im Familien- und Bekanntenkreis zu suchen. Das mache es leichter, Durststrecken zu überstehen.