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Neuer Standort
Die Verwaltung der Universität muss für sieben Jahre ins Exil

Der ehemalige Sitz der Telekom im Meerwiesertalweg soll 185 administrativen Mitarbeitern der Universität Platz bieten.
Der ehemalige Sitz der Telekom im Meerwiesertalweg soll 185 administrativen Mitarbeitern der Universität Platz bieten. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Auf dem Campus wird der Platz knapp. Daher werden Teile der Administration in den Meerwiesertalweg ausgelagert. Die Mitarbeiter sind wenig begeistert.

Es riecht noch etwas nach Farbe, am Eingang ragen noch dicke Kabel aus der Wand, und an den Türen kleben provisorisch Papier-Schilder mit Namen. In den hell wirkenden Zimmern mit frischen, weiß gestrichenen Wänden, neuem grauen Teppichboden und modernen Leuchtmitteln herrscht gähnende Leere. Doch man ahnt, dass es sich hier, wenn erst einmal die neuen Möbel angekommen sind, gut arbeiten lässt. Eigentlich. Denn viele der 185 Mitarbeiter der Zentralen Verwaltung der Saar-Universität, die bis Mitte April hier einziehen werden, freuen sich nicht unbedingt auf ihren Arbeitsplatz. Schließlich müssen sie dafür ihr vertrautes Campus-Gelände verlassen und in das knapp 2,5 Kilometer entfernte frühere Telekom-Gebäude im Meerwiesertalweg umziehen. „Ich kann das verstehen“, gibt Kirsten Trapp zu, die den Umzug managt und sich seit Wochen und Monaten täglich mit Raumkonzepten und Ausstattungsfragen beschäftigt. „Große Veränderungen sind immer mit Ängsten verbunden.“


Doch aus Sicht der Universität war dies die beste Lösung, nachdem es vor knapp einem Jahr mehrere Schwelbrände im Gebäude C5 2 gab und dieses geschlossen werden musste. Um der Philosophischen Fakultät zu ersparen, vom Campus wegzuziehen, hatte das Präsidium den Beschluss gefasst, die Zentrale Verwaltung auszulagern. „Die Universität lebt von den Studierenden und den Wissenschaftlern, und man wollte die Lehre gemeinsam mit der Forschung auf dem Campus belassen und dort eine geschlossene Einheit haben“, erläuterte Trapp. Zugleich habe man die Chance gesehen, die Verwaltung, die bislang über viele Gebäude auf dem Campus verstreut war, zentral am neuen Standort zu vereinen.

„Natürlich sehen wir inhaltlich die Notwendigkeit des Umzuges, und es gibt auch keine Alternative“, räumt Heike Claassen, Sachgebietsleitung „Akademischer Mittelbau“ ein, „aber wir kommen nun mal aus einer besonderen Startposition. Unsere Ausgangslage war so traumhaft und der Campus ein toller Arbeitsplatz,   dass man den Umzug als schmerzhaft empfindet.“ Den meisten Mitarbeitern brenne nicht nur die Parkplatz-Situation am neuen Standort unter den Nägeln, sondern man werde auch die Möglichkeit vermissen, in der Mittagspause mal eben über das Uni-Gelände zu schlendern, in der Mensa essen zu gehen oder Sport zu machen.

Zudem befürchtet Claassen nach eigener Aussage Qualitätseinbußen im Service-Bereich. „Für unsere Kundschaft, das wissenschaftliche Personal, das zu 80 Prozent befristet ist, stehen wir nicht mehr so zur Verfügung wie sonst“, glaubt die Sachgebietsleiterin, die seit 16 Jahren an der Uni arbeitet. „Früher konnten die Mitarbeiter mal eben in der Pause vorbei kommen. Aber ob die sich immer die Mühe machen, die Strecke jetzt hier herunterzufahren, ist fraglich.“

Eine der wenigen, die die Idee des Umzugs von Beginn an für eine „tolle Idee“ hielt, ist Bärbel Schreiner, Assistentin des Dezernatsleiters Haushalt und Finanzen. „Ich fand es ein super Zeichen in Richtung der Fakultäten, dass die Verwaltung sagt: Wir machen euch Platz auf dem Campus, damit die Studierenden bleiben können. Wir sind nun mal eine Campus-Universität – und wo die Verwaltung angesiedelt ist, ist wurscht.“



Die Universität rechnet damit, dass die Verwaltung in ungefähr sieben Jahren auf den Campus zurückkehren können wird. Dann soll das Gebäude C5 2 saniert und als reines Bürogebäude umgebaut sein, während C5 3 abgerissen wird und neu gebaut wird. Der Neubau soll dann künftig vor allem Lehr- und Seminarräume beheimaten.