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Kinder-Uni
Auf Entdeckungstour in unseren Körper

 Gregor Stavrou wird sich in seiner Vorlesung bei der Kinder-Uni auf eine Reise durch den Körper begeben.
Gregor Stavrou wird sich in seiner Vorlesung bei der Kinder-Uni auf eine Reise durch den Körper begeben. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Bei der zweiten Vorlesung im neuen Semester der Kinder-Uni am 29. Mai erklärt euch der Arzt Gregor Stavrou wie es in einem Operationssaal aussieht. Von Esther Simon

Unser Körper ist eigentlich genial, geradezu ein Wunder. Er hält extrem viel aus und kann sich von vielen Krankheiten wieder erholen. Außerdem laufen unglaublich viele Dinge gleichzeitig in uns ab. Und von den meisten Vorgängen im Inneren kriegen wir gar nichts mit.


Wenn wir beispielsweise etwas essen endet die Nahrungsaufnahme für uns gefühlt nach dem Kauen und Schlucken. Doch mit dem Schlucken beginnt für unsere Nahrung erst die wirkliche Reise durch unseren Körper. Bei Erwachsenen legt die Nahrung einen etwa neun Meter langen Weg zurück. Durch die Speiseröhre gelangt der mit Speichel gemischte Essensbrei in den Magen.

Wenn er hier angekommen ist, wurde bereits viel Stärke aus unserem Essen abgebaut. Der Magen erinnert von seiner Form her an eine Banane oder eine Hängematte und befindet sich viel höher im Bauchraum, als die meisten vermuten würden. Mit Hilfe der Magensäure und dem Einsatz von Muskeln wird der Brei nochmal durchgeknetet und das vorhandene Eiweiß aufgespalten. Wenn die Nahrung für die weitere Verarbeitung bereit ist, öffnet sich der Schließmuskel des Magens und der Brei gelangt in den Dünndarm.



  Mit Hilfe eines Ultraschallgerätes können sich Ärzte eure Organe genau  anschauen.
Mit Hilfe eines Ultraschallgerätes können sich Ärzte eure Organe genau anschauen. FOTO: dpa / Arne Dedert

Hier kommen weitere Verdauungssäfte hinzu, die in der Leber und der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Dadurch wird der Brei weiter verdaut und seine Bestandteile können dank unseres Blutes in die Zellen transportiert werden.

Wenn im Dünndarm alle nutzbaren Nährstoffe verwertet sind, gelangen die Reste in den Dickdarm. Der heißt so, da hier dem Brei das Wasser entzogen wird, er wird also eingedickt. Dann wandert er in den Enddarm und landet schließlich irgendwann in der Toilettenschüssel.

Diese lange Reise, von der wir so gut wie nichts mitbekommen, dauert je nachdem was wir gegessen haben länger oder kürzer und kann auch mal zwei Tage in Anspruch nehmen. Und parallel dazu arbeitet noch unser Herz, wir atmen dank unserer Lunge, unser Gehirn läuft auf Hochtouren....

Trotz ihrer grandiosen Arbeit werden die beteiligten Organe von vielen Menschen als nicht so wichtig empfunden. Dabei könnten wir ohne sie gar nicht leben.

„Es sieht eigentlich ganz schick aus im Darm“, meint Gregor Stavrou, der eine der chirurgischen Abteilungen des Winterbergklinikums Saarbrücken leitet. Seine Abteilung ist unter anderem für Operationen im Bereich des Bauches zuständig. „Der Darm ist gar nicht eklig.“ Und er muss es wissen, da er regelmäßig bei Operationen die menschlichen Organe direkt vor sich sieht.

Was er ansonsten von den Organen hält und was die einzelnen Organe wie etwa die Niere noch so alles leisten und wie sie aussehen, will er in seiner Vorlesung am 29. Mai zeigen und erklären. Auch wird er euch Ultraschallbilder einiger Organe zeigen, damit ihr eine bessere Vorstellung eures Körpers erhalten könnt.

Darüber hinaus wird er euch zeigen, dass eine Operation nichts ist, vor dem man Angst haben muss. Bei einer Blinddarm-Operation etwa wird nicht, wie häufig angenommen, der komplette Blinddarm entfernt, sondern nur ein kleines Sackgassen-ähnliches Stück, der sogenannte Wurmfortsatz. Dieser Eingriff, vor dem viele Kinder Angst haben, dauert in der Regel nur ein paar Minuten und man kann oft schon am nächsten Tag wieder nach Hause.

Von der Operation selbst bekommen die Patienten nichts mit. Gregor Stavrou wird euch daher ein bisschen erzählen, wie eine Operation abläuft und warum Furcht hier unbegründet ist.

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