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Universität des Saarlandes
Asta warnt vor neuer Campus-Gebühr

Der Asta der Saar-Uni kritisiert die im Koalitionsvertrag vorgeschlagene Einführung von Verwaltungsgebühren auf dem Campus. Foto: Maurer
Der Asta der Saar-Uni kritisiert die im Koalitionsvertrag vorgeschlagene Einführung von Verwaltungsgebühren auf dem Campus. Foto: Maurer FOTO: Maurer
Saarbrücken. Studenten der Saar-Universität kritisieren die im Koalitionsvertrag vorgeschlagene neue Verwaltungsabgabe. Peter Bylda

Der Asta der Saar-Universität ist über den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung alles andere als erbaut. Viele schöne Wort, aber wenig Konkretes, lautet die allgemeine Kritik an den sieben Seiten zur Hochschulpolitik. "Wir sind vom Gesamteindruck enttäuscht", erklärt Asta-Vorsitzender Govinda Sicheneder. In einem Punkt zeichnet sich jedoch bereits ganz konkret Krach zwischen Studenten und Landesregierung ab. Es geht um einen Satz auf Seite 62 des Vertrags. Hier steht in der Rubrik Hochschulfinanzierung: "Die Hochschulen müssen in der Lage sein, in stärkerem Umfang eigene Einnahmen auch durch Verwaltungskostenbeiträge zu generieren." Das seien "Studiengebühren unter einem anderen Label", kritisiert Torsten Wenk, der Asta-Referent für Hochschulpolitik. Und das gehe gar nicht, sind sich Torsten Wenk, Katharina Waller, die Vorsitzende des Studierendenparlaments, und Asta-Vorsitzender Govinda Sicheneder einig.



In der Diskussion waren Verwaltungsgebühren an der Saar-Uni bereits einmal vor zwei Jahren, erinnert sich der Asta-Vorsitzende. Doch die Gespräche verliefen im Sande, weil alle Beteiligten erkannt hätten, dass bei diesem Punkt gewaltiger Ärger und großer bürokratischer Aufwand bei eher geringen Einnahmen drohen.

Weil die Gebühren jetzt im Koalitionsvertrag auftauchen liege das Problem erneut auf dem Tisch, was Katharina Waller auch deshalb als "Unverschämtheit" bezeichnet, weil aus der Landespolitik niemand mit den Vertretern der Studenten Kontakt gesucht habe. Ob für die Leitung der Saar-Uni Studiengebühren allerdings überhaupt ein Thema sind, ist noch nicht ausgemacht. Präsident Manfred Schmitt erklärt, es gebe im Präsidium derzeit keinerlei Planung, sie einzuführen. Für alle Zeiten auszuschließen seien sie aber andererseits auch nicht.

Auf dem Campus kursiert ein Betrag von 50 Euro pro Semester, also 100 Euro pro Studienjahr. Das würde für die Universität des Saarlands, die jährlich einen Landeszuschuss von 185 Millionen Euro erhält, rund 1,7 Millionen Euro Mehreinnahmen bedeuten, hat der Asta errechnet. Derzeit beträgt der Semesterbeitrag der Studenten 223 Euro. Selbst eine Anhebung von 50 Euro wäre für Studenten, von denen viele hart an der Armutsgrenze leben, ein Schlag ins Kontor, warnt Govinda Sicheneder. Dass sich die soziale Situation der Studenten in den vergangenen Jahren verschlechtert habe, zeige die steigende Zahl der Härtefallanträge zum Semesterticket, die beim Asta bearbeitet werden. "Und ist die Verwaltungsgebühr erst einmal eingeführt, wird sie bald steigen", warnt Katharina Waller. Sie ärgert sich über den Vorstoß der Koalition auch deshalb, weil der Campus-Gebühr keinerlei Zusatzleistung gegenüberstehe. "Eine Uni muss in der Lage sein, sich selbst zu finanzieren." Die 15 Millionen Euro, welche die Koalitionsparteien den beiden großen Hochschulen ab dem Jahr 2020 zusätzlich zugesagt haben, seien "ein Witz". Zudem seien zwei Millionen davon bereits für die Finanzierung des Exzellenzclusters Informatik der Saar-Universität fest verplant.

Die Reputation der Saar-Uni habe bei den Studienanfängern durch diverse Sparrunden bereits arg gelitten. Wenn da auch noch zusätzlich eine Campus-Abgabe eingeführt würde, würde sich der Ruf der Hochschule massiv verschlechtern, warnen die Studentenvertreter.



Zum Thema:

Semestergebühren an der Saar-Universität 222 Euro beträgt derzeit der Semesterbeitrag an der Saar-Uni. Der größte Teil entfällt aufs Semesterticket (125 Euro), knapp 89 Euro gehen als Sozialbeiträge an das Studentenwerk. Der Asta erhebt einen Beitrag von acht Euro. Bei den Sozialbeiträgen liegt die Uni nach Angaben des Verbands der Studentenwerke über dem Bundesschnitt.