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Notfallfahrplan der Saarbahn
Asta warnt vor Chaos auf dem Campus

Ruhe vor dem Sturm: In der vorlesungsfreien Zeit geht es am zentralen  Busterminal auf dem Saarbrücker Campus gemütlich zu. Zum Semesterbeginn droht jedoch nach Ansicht des Asta Chaos, weil durch den  Notfallfahrplan der Saarbahn die Verbindung deutlich schlechter werde.
Ruhe vor dem Sturm: In der vorlesungsfreien Zeit geht es am zentralen  Busterminal auf dem Saarbrücker Campus gemütlich zu. Zum Semesterbeginn droht jedoch nach Ansicht des Asta Chaos, weil durch den  Notfallfahrplan der Saarbahn die Verbindung deutlich schlechter werde. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Die Studentenvertreter der Saar-Uni befürchten ab nächste Woche Riesenprobleme im Vorlesungsbetrieb wegen der geänderten Busfahrpläne.
Peter Bylda

In gut einer Woche läuft der Lehrbetrieb an der Saar-Universität wieder auf Hochtouren. Volle Hörsäle, überfüllte Seminarräume und eine große Zahl orientierungsloser Erstsemester bestimmen dann das Bild auf dem Saarbrücker Campus. Das ist Standard zu Beginn eines jeden Studienjahres und kein Grund zur Aufregung. Wenn der Asta trotzdem vor Beginn des Wintersemesters vor „katastrophalen Zuständen“ warnt, dann hat das nichts mit dem üblichen Chaos auf dem Campus zu tun, sondern mit dem Zubringerdienst zur Alma mater im Stadtwald. Der ausgedünnte Notfallfahrplan der Saarbahn in Saarbrücken, der ausgerechnet zum Semesterbeginn in Kraft getreten ist, werde für gewaltigen Stress sorgen, warnen die Studentenvertreter.


Die Asta-Vorsitzenden Judith Bühler und Lukas Redemann kritisieren, dass jeder siebte Bus, der bisher laut regulärem Fahrplan aus der Stadt zum Campus fuhr, während der Zeit ausfalle, in der die Saarbahn im Notfallmodus operiere. „Dass jetzt Studierende als Hauptbeförderungsgruppe unter den Kürzungen leiden, ist nicht tragbar“, hieß es in der vergangenen Woche in einer Pressemitteilung der Studentenvertreter. Ein Gespräch mit der Geschäftsführung des Nahverkehrsunternehmens Ende vergangener Woche, in dem die Saarbahn-Vertreter die Ursachen der Misere detailliert darlegten, scheint die Wogen ein wenig geglättet zu haben. Es sei ein überzeugender Vortrag gewesen, so Judith Bühler. „Doch die Begründung ändert natürlich nichts an der katastrophalen Situation.“

Dass sich die Asta-Vertreter für einen heißen Herbst rüsten, hat auch mit folgendem misslichen Zusammentreffen zu tun: Ausgerechnet zum Start des Saarbrücker Notfallfahrplans haben die Nahverkehrsunternehmen im Saarland den Preis des für Studenten verpflichtenden Semestertickets erhöht. Der Dauer­fahrschein, der für alle Fahrten in der Region gilt, hat sich um drei Euro auf jetzt 128 Euro pro Semester erhöht. Mehr zahlen für eine schlechtere Dienstleistung? Das geht nicht, sagt Asta-Vorsitzende Judith Bühler. Und droht schon einmal harte Gespräche für die nächste Runde der Tarifverhandlungen zum Semesterticket an. „In den kommenden Verhandlungen für das Semesterticket wird diese Entwicklung Konsequenzen nach sich ziehen.“Die Studentenvertreter verwalten viel Geld – rund 4,3 Millionen Euro zahlen die 17 000 Uni-Studenten fürs Semesterticket, etwa 1,5 Millionen die 6000 Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Nach einer Statistik des HTW-Asta hat sich seit 2010 der Preis des Tickets von 88 Euro auf  128 Euro erhöht. Der Asta der Saar-Uni verlangte in der vergangenen Woche, „dass die Saarbahn GmbH die universitäre Anbindung von ihrer Fahrplankürzung ausnimmt“, so Lukas Redemann. Das Thema Busverkehr sei auf bestem Wege, sich zum ganz großen Aufreger zu entwickeln. „Wir werden von allen Seiten darauf angesprochen“, erklärt Redemann. Das zeigen auch viele Meinungsbeiträge von Studenten in den einschlägigen Internet-Foren (wir haben berichtet).



 Dass mit Studenten vollbesetzte Busse an vollbesetzten Bushaltestellen vorbeirauschen, das sei in der Vergangenheit zu Semesterbeginn immer mal wieder vorgekommen. Jetzt drohe dies zum Dauerzustand zu werden, fürchten Bühler und Redemann. Besonders beeinträchtigt sei die Saarbrücker Linie 124, die  zu Stoßzeiten von vier auf zwei Fahrten reduziert worden sei. Auch die Linie 109 sei betroffen. Sie solle nur stündlich verkehren.

Was wollen die Asta-Sprecher tun, wenn die Situation nach Semesterbeginn wie von ihnen befürchtet eskaliert? Aus dem Semesterticket auszusteigen, ist für Bühler und Redemann keine Option. Sie wollen Druck machen, einen permanenten öffentlichen Protest ihrer Kommilitonen organisieren. Denn sie wissen: Nur ein gut funktionierendes Semesterticket ist eine gute Werbung für den Hochschulstandort Saarbrücken.