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Ansturm auf BWL-Master an der Saar-Uni

Saarbrücken. "Jeder, der bei uns den Bachelor-Abschluss erhält und die Mindestvoraussetzungen erfüllt, soll auch einen Masterplatz bekommen", erklärt Pressesprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf den Anspruch der Saar-Uni. In den meisten Fächern sei das auch gar kein Problem: "Zwei Drittel unserer Masterstudiengänge sind nicht zulassungsbeschränkt Von SZ-Redaktionsmitgied Philip Weber

Saarbrücken. "Jeder, der bei uns den Bachelor-Abschluss erhält und die Mindestvoraussetzungen erfüllt, soll auch einen Masterplatz bekommen", erklärt Pressesprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf den Anspruch der Saar-Uni. In den meisten Fächern sei das auch gar kein Problem: "Zwei Drittel unserer Masterstudiengänge sind nicht zulassungsbeschränkt." er beispielsweise in einer Geistes- oder Ingenieurwissenschaft oder in Informatik einen Bachelor-Abschluss in der Tasche hat und sich für den Master bewirbt, werde auch genommen. Derzeit sind knapp 3000 Studenten in einem Master eingeschrieben. Doch so viel Platz ist nicht überall. Ein Blick in die BWL zeigt, wie schwer es sein kann, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden."Die Schwierigkeit liegt in der Berechnung der voraussichtlich nötigen Masterplätze", erklärt Professor Martin Dietrich, Studienbeauftragter der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Es gebe noch zu wenig Erfahrungswerte, da erst seit einigen Semestern die ersten Bachelor-Studenten der Saar-Uni fertig würden. Dies habe dazu geführt, dass im Studienjahr 2011/12 Masterplätze unbesetzt blieben. Damit sich diese "unschöne Situation" nicht wiederholt, wurden alle 100 zur Verfügung stehenden Masterplätze für das aktuelle Studienjahr bereits zum Wintersemester angeboten - und wurden völlig überraschend sämtlich vergeben. Dies hatte zur Folge, dass BWL-Studenten der Saar-Uni, die jetzt ihren Bachelor absolvieren, zum kommenden Semester keinen Platz bekommen hätten. "Wir versuchen, bedarfsgerecht zu planen. Wenn zu wenig Plätze da sind, muss nachjustiert werden", erklärt Meyer zu Tittingdorf. Nach einem Blick in die Statistik habe sich herausgestellt, dass zum Sommersemester voraussichtlich 20 BWL-Studenten einen Masterplatz benötigen, erläutert Dietrich das Vorgehen: "Wir haben dann um 30 Plätze aufgestockt, da sich ja auch Studenten von außerhalb bewerben können und wir unsere Studenten bei der Vergabe nicht bevorzugen dürfen."


Für dieses Jahr sollte damit der Engpass abgewendet sein, erklärt Marcus Marx von der Fachschaft der Wirtschaftswissenschaften. Doch er sieht schwarz für die Zukunft: "Die Plätze werden vorne und hinten nicht reichen, da ja immer mehr Bachelor-Studenten der Saar-Uni fertig werden". Da sich auch viele gute Absolventen von außerhalb bewerben würden, blieben dann sicher Studenten der Saar-Uni auf der Strecke, prophezeit der Studentenvertreter. "Der Bedarf wird von Jahr zu Jahr neu kalkuliert", erklärt Dietrich, "und wir werden versuchen, die Schätzungen weiter zu verbessern." So sollen zukünftig nur noch rund zwei Drittel der für das komplette Studienjahr vorgesehenen Masterplätze im Wintersemester vergeben werden, der Rest dann im Sommer.

Die Gefahr, dass Studenten anderer Unis den hiesigen die Masterplätze wegschnappen, sieht Meyer zu Tittingdorf als gar nicht so groß an: "Die Fluktuation innerhalb der deutschen Unis ist nicht sehr groß. Die meisten Studenten machen ihren Master dort, wo sie ihren Bachelor gemacht haben." "Wir dürfen

unsere Studenten

nicht bevorzugen."



Professor Martin Dietrich