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Kosmisches Geheimnis: Ein geheimnisvoller Besucher aus einer fernen Welt

Kosmisches Geheimnis : Ein geheimnisvoller Besucher aus einer fernen Welt

(np) Astronomen der europäischen Südsternwarte Eso haben erstmals einen Asteroiden entdeckt, der nicht aus unserem Sonnensystem stammt. Der vermutlich 400 Meter lange Himmelskörper sei bei einer Routinesuche des Very Large Telescopes in Chile aufgefallen. Es handele sich „um ein dunkelrotes, metallisches oder felsiges Objekt“, erklärt das Max-Planck-Institut für Astronomie (Heidelberg).

(np) Astronomen der europäischen Südsternwarte Eso haben erstmals einen Asteroiden entdeckt, der nicht aus unserem Sonnensystem stammt. Der vermutlich 400 Meter lange Himmelskörper sei bei einer Routinesuche des Very Large Telescopes  in Chile aufgefallen. Es handele sich „um ein dunkelrotes, metallisches oder felsiges Objekt“, erklärt das Max-Planck-Institut für Astronomie (Heidelberg).

Den Astronomen um Karen Meech vom Institute for Astronomy auf Hawaii sei der auf den Namen Oumuamua getaufte Asteroid nicht nur wegen seiner Bahn und Geschwindigkeit aufgefallen, sondern auch weil seine Helligkeit alle siebeneinhalb Stunden um das Zehnfache schwanke. Die Vokabel Oumuamua ist hawaiischen Ursprungs und bedeutet „Vor sehr langer Zeit auf die Reise gegangen, uns jetzt erst erreichend“. Die Forscher gehen davon aus, dass der Asteroid eine langgezogene, gewundene Form hat und rotiert. Er müsse etwa zehnmal so lang wie breit sein. Seine Farbe entspreche der von Himmelskörpern in den äußersten Bereichen unseres Sonnensystems.

Karen Meech: „Er ist vollständig inaktiv. Wir konnten in seiner direkten Umgebung nicht den geringsten Hinweis auf Staub finden.“ Die Astronomen deuten ihre Beobachtungen so, dass Oumuamua weder Wasser noch Eis enthält und dass sich seine Oberfläche durch die kosmische  Bestrahlung dunkel verfärbt hat. 

Der Asteroid, der sich mit knapp 100 000 Kilometern pro Stunde durchs Sonnensystem bewegt, könnte bereits seit hunderten Millionen von Jahren in der Milchstraße unterwegs sein. Astronomen schätzen, dass solche interstellaren Besucher etwa einmal pro Jahr durchs innere Sonnensystem sausen. Die Objekte seien extrem dunkel und schwierig zu entdecken, erklärt das Max-Planck-Institut. Erst seit kurzem seien sogenannte Durchmusterungsteleskope überhaupt in der Lage sie aufzuspüren.