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Die Rechtsfolgen einer Adoption
Die Rechtsfolgen einer Adoption

Wer sich zu einer Adoption entschließt, sollte sich im Vorfeld genaue Gedanken über die rechtlichen Folgen dieses Schritts machen. sho

Die Adoption eines minderjährigen Kindes hat folgende Wirkungen: Es erlöschen sämtliche rechtliche Verbindungen des Kindes zu seinen leiblichen Verwandten wie beispielsweise Eltern, Großeltern und Geschwistern. Aufgrund der Adoption gehen sämtliche Rechte und Pflichten aus dem bisherigen Verwandtschaftsverhältnis unter. Eine Unterhaltspflicht entfällt – dies betrifft auch das Erbrecht und Umgangsrecht.
Mit der Adoption wird das Kind im Verhältnis zu seinen leiblichen Verwandten zu einer fremden Person. Die einzige Ausnahme bildet jedoch das Eheverbot für Verwandte gerader Linie. Dieses wird auch nicht aufgrund einer Adoption außer Kraft gesetzt.
Die leiblichen Eltern haben kein Anrecht darauf, den Namen der Adoptiveltern und deren Wohnort zu erfahren. Durch die Adoption wird das Kind zum gemeinschaftlichen Kind der Adoptiveltern.


Seine rechtliche Stellung unterscheidet sich nicht von der eines leiblichen Kindes. Es ist dem leiblichen Kind unterhalts- und erbrechtlich völlig gleichgestellt.
Dem Kind wird als Geburtsname der Familienname der Adoptiveltern übertragen. Wird kein gemeinsamer Familienname geführt, so kann entweder der Name der Adoptivmutter oder der des Adoptivvaters zum Geburtsnamen bestimmt werden.
Liegt die Einwilligung des Kindes vor, kann das Vormundschaftsgericht auf Antrag der Adoptiveltern den Vornamen des Kindes ändern oder weitere Vornamen zu den bisherigen Vornamen hinzufügen.
Eine Alternative zur Adoption ist die Einbenennung. Die aufgezählten weitreichenden Folgen einer Adoption sind insbesondere in Sachen Unterhaltspflichten oft nicht gewollt, wenn in der Familie eines Ehepaares ein Kind aus einer früheren Beziehung eines der Partner lebt.
Dennoch besteht vielfach der Wunsch, dem Kind den gemeinsamen Ehenamen zu geben. Auf diese Weise kann ein Außenstehender nicht erkennen, dass es sicht nicht um ein gemeinsames Kind der Eheleute handelt.
Daher gibt es die sogenannte Einbenennung. In diesem Fall erhält das Kind den Ehenamen der neuen Familie. Die Voraussetzungen für eine Einbenennung sind: Dem wiederverheirateten Elternteil muss für das Kind die elterliche Sorge alleine oder gemeinsam mit dem anderen Elternteil zustehen. Die Einbenennung erfolgt unter Zustimmung des leiblichen Elternteils.
Diese Einwilligung kann jedoch vom Familiengericht ersetzt werden, falls dies zum Wohle des Kindes erforderlich ist. Ein Kind, das älter als fünf Jahre ist, muss auch selbst der Einbenennung zustimmen.

Auch eine Adoption eines Erwachsenen ist rechtlich möglich. Dabei bedarf es keiner Zustimmung seiner leiblichen Eltern.
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein echtes Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist.
Es ist nicht möglich, eine Adoption eines Erwachsenen aus rein wirtschaftlichen Motiven vorzunehmen. Bekannte Beispiele sind in diesem Zusammenhang die Ersparnis von Erbschaftssteuer oder die Erlangung eines Adelstitels.



Die Wirkungen einer Erwachsenen-Adoption sind mit der einer Kinder-Adoption nicht vergleichbar und auf jeden Fall schwächer einzuordnen. Der Angenommene wird zwar mit sämtlichen Rechten und Pflichten zum Kind des Annehmenden, allerdings erlöschen die Verbindungen zur leiblichen Verwandtschaft nicht.
So bleiben alle unterhalts- und erbrechtlichen Ansprüche bestehen. Somit hat der adoptierte Erwachsene im Prinzip zwei Elternpaare. Die Adoptiveltern haften hinsichtlich des Unterhalts vor den leiblichen Eltern.
sho