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Wohnung oder Haus?
Die Qual der Wahl beim Immobilenkauf: Wohnung oder Haus?

Ob sich der Traum vom Eigenheim verwirklichen lässt, hängt von vielen Faktoren ab. Ihr Immobilienpartner vor Ort
hilft Ihnen das passende Objekt zu finden.
Ob sich der Traum vom Eigenheim verwirklichen lässt, hängt von vielen Faktoren ab. Ihr Immobilienpartner vor Ort hilft Ihnen das passende Objekt zu finden. FOTO: luxorphoto - Fotolia / LUXORPHOTO
Eine Wohnung ist billiger, ein Haus gehört mir allein - das Für und Wider bei Immobilien abzuwägen ist mühselig. Viele Argumente kennt man gar nicht. Ihr Immobilenpartner aus der Region schon. tdx/red

Wohnungs- und Hauskauf sind eine emotionale Angelegenheit. Letztendlich entscheidet der Bauch. Gut so. Schließlich will man dort ja lange wohnen. Da muss man sich wohl fühlen. Ein Bungalow ist sicher eine barrierefreie Investition fürs Alter, aber ein Haus ohne Treppen, will ich das? Und Wohnungen haben meistens keinen optimalen Schnitt, oft sind die Küchen einfach zu klein. Wenn da nur nicht der tolle Kamin wäre, den man
immer schon haben wollte.


Aber Hand aufs Herz – bei der Frage, ob ich lieber ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, entscheidet in den meisten Fällen? Richtig. Der Geldbeutel. Er ist ganz objektiv.
Was nicht drin ist, kann auch nicht ausgegeben werden. Und eine Wohnung kostet in der Regel weniger als ein Haus – auch später im Unterhalt oder bei den Rückstellungen für Reparaturen. Denn mit dem Kaufpreis allein ist es nicht getan. Leider wird das häufig übersehen. Zudem kommen noch Nebenkosten in Höhe von 10 bis 11 Prozent des Kaufpreises dazu – inklusive Notar (1,5 Prozent), Grunderwerbsteuer (im Saarland 6,5 Prozent) und der Makler.

Beim Eigenheim gilt: Man sollte sich auch von Anfang an Gedanken über eine „Krankenversicherung“ für sein Haus machen, raten Experten. Für Reparaturen, den Carport, den Bodenausbau, den Wintergarten... es liegt immer
etwas an. Auch dafür kann man einen Bausparvertrag abschließen. Wer später einen Kredit aufnimmt, bekommt etwa bei den Bausparkassen einen 30.000-Euro-Kredit ohne Eintrag in das Grundbuch. Wer eine Eigentumswohnung kauft, hat ohnehin keine Wahl. Er muss sich an der so genannten Instandhaltungsrücklage der gesamten Wohneigentümergemeinschaft (WEG) beteiligen. Gibt es eine solche Rücklage gar nicht, dann sollte man gleich die Finger vom Kauf lassen, raten Immobilienprofis. Steht eine große Reparatur an, kann es sehr teuer werden – und zwar auf einen Schlag. Vor dem Wohnungskauf sollte man sich deshalb unbedingt die Protokolle der Eigentümerversammlung zeigen lassen. Da sieht man sofort, wie viel angespart und was schon alles repariert wurde. Etwa: Der Fahrstuhl ist alt und steht mehr als er fährt, das Dach aber wurde vor zwei Jahren komplett saniert, in den kommenden zehn Jahren hat man Ruhe. Apropos Ruhe. Auch das ist aus einem Protokoll
ersichtlich: Vertragen sich die Eigentümer untereinander? Wird ständig gezankt, selbst um die Flurbeleuchtung? Falls dem so ist, gar nicht erst kaufen, ist die einhellige Meinung von Immobilienexperten. Denn die Stimmung wird erfahrungsgemäß nicht besser.



Entscheide ich mich für ein Haus, gehe ich mit meinen
Nachbarn nicht zwangsläufig eine „Pflichtgemeinschaft“ ein. Dafür stehe ich aber auch mit allen Entscheidungen rund um die Immobilie allein da. Egal, ob Haus oder Wohnung. In jedem Fall muss das Geld reichen.
Baufinanzierungsprofis kalkulieren: Für den Lebensunterhalt müssen mindestens 600 Euro für das erste Familienmitglied, 250 Euro für jedes weitere übrig bleiben. Das ist das absolute Minimum. Und immer daran denken:
Vielleicht fällt bei Doppelverdienern ein Gehalt einmal weg. Etwa, wenn sich Nachwuchs einstellt. Oder der Job plötzlich nicht mehr da ist. Auch Gutverdiener sind davor heute nicht mehr gefeit.
Klappt es dann immer noch mit Unterhalt, Kredit, Rückstellungen? Wer zur Miete wohnt, hat fixe monatliche Kosten. Eigentümer brauchen darüber hinaus auch noch
Reserven.
Andererseits sind die Mieten in manchen Städten und deren Speckgürtel schon sehr hoch.

Ab 1.000 Euro Kaltmiete ganz sicher. Bei den Banken rechnet man so: Wer etwa 1.500 Euro ohne Nebenkosten zahlt, kann genauso gut eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro finanzieren – bei einem Zinssatz von 5 Prozent und einer anfänglichen Tilgung von 1 Prozent.
Nach spätestens 30 Jahren ist er schuldenfrei – und hat keine Mietsorgen mehr im Alter. Die meisten Käufer oder Bauherren sind deutlich früher schuldenfrei.

Geht es eines Tages ans Verkaufen, weil sich die Lebensumstände ändern, zählt vor
allem eines: die Lage.
Eine Wohnung in der Stadt geht meist schneller weg, weil sie mehr Käufern als Kapitalanlage dient. Und natürlich billiger ist als ein Haus.
Je zentraler und dennoch naturnaher das Objekt liegt, desto besser die Verkaufschancen. Je weiter außerhalb, desto wichtiger ist die Verkehrsanbindung an die Innenstadt. Solche Überlegungen sollte man im Hinterkopf
behalten.

In erster Linie dient der Kauf von Haus oder Wohnung vor allem dazu:
Die Lebens- und Wohnqualität erhöht sich umgehend. Hier kann man sich auch endlich seine Wohnwünsche erfüllen. Die Carrarafliesen im Bad, die begehbaren Kleiderschränke, die Designerküche oder der Pool im Garten. Aber:
Eigennutzer sollten sich bewusst sein, dass sie im Falle eines Wiederverkaufs nicht jede Extravaganz bezahlt bekommen.
Zumal Geschmäcker verschieden sind. Und drüber streiten, lohnt sich bekanntlich erst recht nicht.
⇥tdx/red

Bei der Entscheidung, ob man sich ein Haus kauft oder eine Wohnung, spielt der finanzielle Spielraum eine wichtige Rolle.
Bei der Entscheidung, ob man sich ein Haus kauft oder eine Wohnung, spielt der finanzielle Spielraum eine wichtige Rolle. FOTO: marcus_hofmann - Fotolia / Marcus Hofmann/fotolia