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Wie man Hotelfachkraft wird

Ausbildung im Hotelfach : Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Hotelfachleute müssen flexibel und einsatzbereit sein. Während die Gäste ihre Freizeit genießen, sorgen sie für Ordnung.

Ob im Luxusresort oder im Dorfhotel: Die Gäste sollen sich in ihrem Zuhause auf Zeit wohlfühlen. Damit das klappt, müssen Andere hinter den Kulissen hart arbeiten. Menschen ihren Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten, hat Nerea Ohler dazu bewogen, eine duale Ausbildung zur Hotelfachfrau zu beginnen.

Die 19-Jährige wusste genau, worauf sie sich einlässt. Sie kennt die Herausforderungen in der Gastronomiebranche: Arbeiten, wenn andere frei haben, am Wochenende oder an Feiertagen. Das hat Ohler bereits vorher ausprobiert, jobbte im Restaurant. Die Auszubildende ist mit ihrer Familie immer schon viel gereist, begeistert sich für andere Kulturen und unterschiedliche Menschen. „Ich möchte auch in Zukunft die Welt kennenlernen, deshalb habe ich mich fürs Hotelfach entschieden“, sagt sie.

Im Hotel Ritter in Durbach, einem familiengeführten Betrieb, ist sie eine von 160 „Rittersleut“, die dafür sorgen, dass kein Wunsch der Gäste unerfüllt bleibt. „Es gibt kein Nein, und das kann eine Herausforderung sein. Aber genau das ist das Spannende an diesem Beruf“, sagt sie.

Mit dieser Einstellung verfügt sie über das sogenannte „Gastro-Gen“. So bezeichnet Dominic Müller, Eigentümer des Hotels Ritter, die wünschenswerteste Eigenschaft seiner 27 Azubis: „Einsatzbereitschaft und Flexibilität, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit sind Voraussetzungen für das Hotelfach“, sagt er. Man erhalte von den Gästen sofort Rückmeldung, das sei sehr motivierend. Ohler fügt hinzu: „Wir schaffen für Urlauber tolle Momente und intensive Erinnerungen. Besonders gut gefällt mir, dass wir das als Team erledigen, wenn ich mal nicht weiter weiß, ist da immer jemand, der mir hilft.“

Während ihrer Ausbildung lernt die 19-Jährige alle Seiten des Hotelbetriebs kennen. An der Rezeption war sie bereits für die Begrüßung der Gäste zuständig. In der Hauswirtschaft hat sie beim Bettenüberziehen und Saubermachen angepackt, ebenso betreute sie die Wellnessabteilung. Sie beschäftigt sich aber auch mit den administrativen Seiten des Hotelbetriebs und erledigt etwa Reservierungen oder Stornierungen. Sie erhält Einblick in die Buchhaltung und die Personalabteilung. „Ich bin auch beteiligt, wenn wir Stellenanzeigen formulieren oder das Hotel in den sozialen Medien präsentieren“, erklärt die angehende Hotelfachfrau.

Dominic Müller sagt, es gebe zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für Hotelfachleute – bis hin zu einem Studium. Zudem betont er die Vielseitigkeit der Ausbildung: „Dadurch, dass die jungen Leute so viele unterschiedliche Bereiche ausprobieren, können sie sich orientieren. Sie wissen danach, welche Aufgaben ihnen liegen und welche nicht.“

Das Gehalt von angehenden Hotelfachleuten ist gestaffelt und fällt je nach Region unterschiedlich aus. Nicht alle Ausbildungsbetriebe zahlen nach Tarif. Die Berufsaussichten sind gut. „In unserer Branche werden Fachkräfte gesucht“, sagt Sandra Warden, Geschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

(dpa)