Wer sich zum Lacklaboranten ausbilden lässt, kann gut verdienen

Ausbildungsberuf : Lacklaboranten bringen Farbe ins Spiel

Die Spezialisten für Lacke kümmern sich um die Beschichtung von Autos, Möbeln oder Waschmaschinen. Sie forschen, entwickeln und prüfen. Die Gehaltsaussichten in der Chemiebranche sind gut.

() Egal, ob Auto, Zug oder Flugzeug: Der Lack eines Fahrzeugs muss einiges aushalten. Experten wie Jens Fridag sorgen dafür, dass die Beschichtung bei Regen oder im Fall eines Steinschlags nicht abblättert. Der 19-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Lacklaboranten beim Unternehmensbereich Coatings von BASF in Münster. Er entwickelt und produziert Farben und Lacke, prüft deren Qualität im Labor, dokumentiert Messdaten und wertet diese aus. „Ich wollte nach der Schule etwas mit Chemie machen, da mich das Fach schon immer sehr interessiert hatte“, erzählt Fridag.

Fridag kennt sich mit unterschiedlichen Beschichtungen bestens aus. Insofern waren seine Chancen gut, einen Ausbildungsplatz als Lacklaborant zu bekommen. „Bewerber sollten in jedem Fall Spaß am Umgang mit chemischen Stoffen und eine Affinität zu Farben haben“, sagt Alexander Schneider vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie in Frankfurt am Main. Naturwissenschaftliches Interesse und mathematisches Talent sind für den Beruf Pluspunkte.

Die meisten Betriebe stellen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsanfänger mit Hochschulreife ein. Auch Fridag hat das Abitur. „Man muss in der Ausbildung so viele neue Informationen aufnehmen und verstehen, das ist ein ganz anderes Lernen, als ich es von der Schule her kenne“, erzählt er. Zurzeit arbeitet er im Prüflabor. Dort kontrolliert er beispielsweise den Flammpunkt eines Lacks. Damit wird die niedrigste Temperatur bezeichnet, bei der sich über einem Stoff ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch bilden kann. „Im Labor wird aber auch zum Beispiel die Haftung eines Lacks überprüft“, erklärt Fridag.

Die Tätigkeit eines Lacklaboranten ist abwechslungsreich. „Es ist eine Verbindung von praktischer Arbeit sowie Forschung und Entwicklung“, sagt Schneider. Ständig sind die Experten dabei, Lacke und Farben für Untergründe wie Metall, Kunststoff oder Holz weiter zu verbessern. Sie experimentieren mit Binde- und Lösungsmitteln, Farbpigmenten und diversen Hilfsstoffen. Sobald ein optimales Mischverhältnis gefunden ist, vermengen Lacklaboranten die Bestandteile. Dabei helfen ihnen Verarbeitungsmaschinen. Der so hergestellte Lack muss nun diverse Tests bestehen, damit er in Serienproduktion geht.

Bei der Arbeit tragen Lacklaboranten Kittel und Schutzhandschuhe, hin und wieder auch Mundschutz und Schutzbrille. Stoffe, wie zum Beispiel Schwefel, können übel riechen – damit dürfen Bewerber um einen Ausbildungsplatz keine Probleme haben. „Angenehm dabei ist, dass Arbeiten mit Stoffen, die riechen, normalerweise in Kabinen stattfinden, die einen starken Abzug haben“, erzählt Fridag.

(dpa)
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