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Technische Ausstattung im Homeoffice ist Sache des Arbeitgebers

Arbeiten von Zuhause : Für Ausstattung bei Heimarbeit muss der Arbeitgeber sorgen

In der Krise wurden viele Freizeit-PCs fürs Homeoffice aufgerüstet. Verpflichtet sind Arbeitnehmer dazu nicht, die Firma muss sich um die Technik kümmern.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben viele Arbeitgeber ihre Angestellten ins Homeoffice geschickt und persönliche Treffen weitestgehend durch Audio- und Videokonferenzen ersetzt. Voraussetzung hierfür ist allerdings die entsprechende Technik. Für die müssen Arbeitnehmer nicht selbst auf Einkaufstour gehen. Da sei erst einmal der Arbeitgeber in der Pflicht, sagt Kerstin Gröne, Rechtsanwältin für Arbeitsrecht. „Der Home-Arbeitsplatz stellt grundsätzlich genauso einen Arbeitsplatz dar wie der im Betriebsgebäude“, erklärt Gröne.

Schaffe der Arbeitnehmer privat Technik zur Erledigung seiner Arbeit im Homeoffice an, stehe ihm ein Erstattungsanspruch zu, wenn die Anschaffung überwiegend im Arbeitgeberinteresse erfolgt, sagt Gröne. Wenn vorhandenes Equipment genutzt werde, arbeite man oft mit Pauschalen. Auch für die notwendige Arbeitssicherheit muss der Arbeitgeber laut der Rechtsanwältin sorgen. Fehlt ein schneller Internetanschluss, könne der Arbeitnehmer allerdings nicht erwarten, dass der von der Firma gestellt werde.

Doch welche Ausstattung ist im Homeoffice sinnvoll? Das fange beim Bildschirm an, sagt Wolfgang Pauler vom Fachmagazin „Chip“. „Eine gute Größe ist ein Monitor um die 27 Zoll, zumal die kaum teurer sind als die 24-Zoll-Modelle“,Bei der Auflösung sollte laut Pauler mindestens Full-HD gewählt werden.

Platziert wird der Bildschirm grundsätzlich so, dass keine Spiegelungen entstehen und das Tageslicht möglichst von der Seite hereinfällt, rät der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). „Wer mit einem Laptop arbeitet, sollte möglichst auch einen separaten Bildschirm nutzen“, rät VDBW-Ärztin Anette Wahl-Wachendorf. „Das verbessert die Ergonomie der gesamten Arbeitssituation.“

Vernünftige Bildschirme starten bei etwa 200 Euro, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Vor dem Monitor-Kauf ist aber ein Blick auf die Schnittstellen des Laptops oder PCs nötig. „Wenn die Anschlüsse nicht passen, muss noch ein Adapter gekauft werden“, betont Pauler. Daneben sollte der Monitor möglichst höhenverstellbar und kippbar sein. Idealerweise ist der obere Bildschirmrand auf Höhe der Augen.

Bei der grundsätzlichen Entscheidung zwischen Laptop und Desktop-PC muss Pauler zufolge vor allem die Bürosituation im Homeoffice berücksichtigt werden. „Der große Vorteil des Laptops ist seine Portabilität, man ist also nicht auf einen Arbeitsort festgelegt. Der Vorteil des PCs wiederum ist der günstigere Preis.“ Ein Office-PC liege bei rund 400 Euro bis 500 Euro, Notebooks seien gut 100 Euro teurer. Allerdings müsse beim PC immer noch ein Bildschirm dazugerechnet werden.

„Auf der anderen Seite sind die Notebook-Displays für langfristiges ergonomisches Arbeiten zu Hause in der Regel zu klein“, sagt Pauler. Ein „gesünderer“ Arbeitsplatz lasse sich daher meist mit einem externen Monitor einrichten. Wer über einen längeren Zeitraum mit einem Laptop arbeitet, sollte sich eine externe Tastatur und eine Maus besorgen. 

(dpa)