Ausbilder: Sie helfen beim Start in den Beruf

Ausbilder : Sie helfen beim Start in den Beruf

In Deutschland gibt es Handwerksberufe, die ohne Meisterbrief auskommen. Ausbilder helfen Lehrlingen beim Start.

Wer in Deutschland ein Handwerk erlernt, kann nach der Ausbildung einen Meister anschließen. Das ist nicht nur der höchste Abschluss, der Titel befähigt auch dazu, einen eigenen Betrieb zu eröffnen und sein Wissen an Lehrlinge weiterzugeben. Das gilt für den Maler genauso wie für die Bäckerin oder den Friseur. Doch nicht in allen Handwerksberufen ist eine Meisterqualifikation notwendig. Dazu gehören etwa der Beruf des Schuhmachers, des Buchbinders und des Fotografen.

Wer Ausbilder oder Ausbilderin werden möchte, braucht laut der Ausbilder Eignungsverordnung (AEVO) einen AdA-Schein, also eine Ausbildung für Ausbilder. Für die meisterpflichtigen Handwerksberufe ist dieser Schein Teil der Meisterprüfung, alle anderen müssen sich selbst für die Prüfung anmelden. Das können nicht nur Handwerker mit einer Ausbildung sein, sondern auch Hochschulabsolventen, die einen Abschluss in einer entsprechenden Fachrichtung haben.

Ulrich Brand von der Handwerkskammer Düsseldorf bereitet den Ausbilder-Nachwuchs im Handwerk auf die AEVO-Prüfung vor, und das seit über 30 Jahren. Die Handwerkskammern und die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Deutschland bieten regelmäßig Kurse an, um zukünftige Ausbilder für die Prüfung fit zu machen. „Wer Ausbilder werden möchte, muss persönlich und fachlich geeignet sein“, sagt Brand. Die meisten Handwerker, die sich ausbilden lassen, seien zwischen 22 und 30 Jahre alt. Sie hätten bereits etwas Berufserfahrung gesammelt, gleichzeitig aber ihre eigene Ausbildungszeit noch präsent.

Wer zu der AEVO-Prüfung zugelassen wird, entscheiden die Handwerkskammern sowie die IHKs. Sie nehmen die Prüfungen ab. In der Regel sind eine bestandene Gesellenprüfung oder die Abschlussprüfung einer deutschen Hochschule in einer dem Ausbildungsberuf entsprechender Fachrichtung Voraussetzung. Um sich auf die Prüfung vorzubereiten, kann man Vorbereitungskurse besuchen. 115 Stunden sind laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) empfohlen.

Die größte Herausforderung für die Ausbildung im Handwerk sei die Heterogenität der Azubis, betont Heiko Weber vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb). Nicht nur durch Migranten, die heute ein Handwerk in Deutschland erlernen möchten, auch sonst werde von Ausbildern heute verlangt, dass sie immer individueller auf die einzelnen Stärken und Schwächen der Azubis eingehen. Das Bild des Meisters, der alles vormacht und seinen Lehrling instruiert, sei überholt.

(dpa)
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