Arbeitsrecht: Nachträgliche Befristung ist möglich

Arbeitsrecht : Nachträgliche Befristung ist möglich

Eine entsprechende Regelung enthält das Teilzeit- und Befristungsgesetz.

() Ein unbefristeter Vertrag bringt für Arbeitnehmer Sicherheit. Doch gilt dieses unbefristete Anstellungsverhältnis für immer oder kann ein Arbeitgeber das Anstellungsverhältnis im Nachhinein noch befristen? „Das ist zwar selten, aber grundsätzlich möglich“, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin und Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Eine entsprechende Regelung enthalte das Teilzeit- und Befristungsgesetz. Darin gebe es einen Katalog verschiedener Gründe für Befristungen, so Meyer. Liege einer dieser Gründe vor, könne ein Arbeitgeber auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag befristen, erklärt der Fachanwalt. Ein typischer Fall wäre etwa, wenn ein Arbeitnehmer sich noch in der Probezeit befände und gleichzeitig ein anderer Mitarbeiter für eine Zeit lang ausfiele. Etwa, weil er in Elternzeit oder für ein Jahr ins Ausland gehe.

Sei sich der Arbeitgeber nicht sicher, ob er den Arbeitnehmer nach Ablauf der sechsmonatigen Probezeit wirklich unbefristet beschäftigen wolle, könne er ihn dann als Vertreter für den ausfallenden Mitarbeiter einsetzen. Dazu müsse ein neuer befristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen werden, der den bislang unbefristeten Vertrag ersetze, so Meyer. „Weil diese Position nur für eine festgelegte Zeit zu besetzen ist, kann der Arbeitsvertrag in solchen Fällen sachlich gerechtfertigt befristet werden“, erklärt Fachanwalt Meyer.

(dpa)
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