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Eine Kündigung wegen Fehlern ist schwierig

Eine Kündigung wegen Fehlern ist schwierig

Ein Arbeitgeber kann einem Mitarbeiter kündigen, wenn dieser mehrfach gegen Regeln verstößt und Fehler macht. Jedoch muss er zunächst prüfen, ob er durch technische oder organisatorische Vorkehrungen die Fehler des Mitarbeiters künftig vermeiden kann.

Sonst ist die Kündigung unwirksam. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin . In dem verhandelten Fall hatte ein Hersteller von Medizintechnik einer Mitarbeiterin gekündigt. Sie hatte in einem Reinraum gearbeitet. In einer Abmahnung warf ihr der Arbeitgeber vor, nicht die Qualitätskriterien zu erfüllen. Seine Kündigung stützte er darauf, dass sie versucht habe, Behälter in den Reinraum mitzunehmen, die dort nicht verwendet werden dürfen.

Der Mitarbeiterin konnte allerdings keine Absicht nachgewiesen werden. Es gab zwei Arten von Behältern, von denen Arbeitnehmer nur eine in den Reinraum mitnehmen dürfen. Sie seien nahezu identisch und nur zu unterscheiden durch einen kleinen Aufdruck. Nach Ansicht des Gerichts hätte der Arbeitgeber die Unterscheidbarkeit verbessern müssen, um Verwechslungen vorzubeugen.