1. Leben
  2. Beruf

Ein Rohstoff, viele Produkte

Ein Rohstoff, viele Produkte

Milchtechnologen steuern fast alle Abläufe bei der Verarbeitung von Milch – von der Qualitätskontrolle der Rohmilch bis zur Herstellung von Produkten wie Butter und Käse. Dabei tragen sie große Verantwortung.

Die Milch im Tetrapack, der Joghurt und auch das leckere Stück Käse sind für den Verbraucher die Normalität. Der Rohstoff durchläuft auf dem Weg vom Hof des Landwirtes bis zum Regal im Supermarkt etliche Verarbeitungsstufen. Die meisten begleiten Milchtechnologen: Angefangen bei der Qualitätskontrolle der Milch bei der Ankunft in der Molkerei über die Steuerung der Prozesse, die sie in Butter , Joghurt, Käse oder Quark verwandeln. Milchtechnologen überwachen den gesamten Ablauf der Verfahrenstechniken und sind selbst beim Abfüllen und Abpacken verantwortlich. Überdies obliegt ihnen die Qualitätsprüfung des Endproduktes. "Ein sehr facettenreicher Beruf, in dem man schon früh große Verantwortung übernehmen darf", sagen Julia Cremer und Thomas Stoffels, Auszubildende in Europas zweitgrößter Molkerei Arla Foods in Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm). In dem riesigen Werk in der Eifel sei der ursprünglich rein handwerkliche Beruf inzwischen vollautomatisiert, erklärt der Ausbildungskoordinator Guido Mattonet. "Der Milchtechnologe steuert die Arbeitsprozesse am Rechner", erklärt er. "Was aber nicht heißt, dass wir nur Knöpfe drücken", erläutert Thomas Stoffels, der im dritten Lehrjahr ist.

"Die Herstellung erfordert viel Fingerspitzengefühl bei den Parametern des Prozesses, innerhalb des festgesteckten Rahmens können Werte variieren. Man muss sich also sehr gut mit dem Rohstoff auskennen."

Das Aufgabengebiet eines Milchtechnologen umfasst das Erhitzen und Abkühlen des Rohstoffes, das Mischen und Trennen der Inhaltsstoffe, das Trocknen, das Abpacken und die Kontrolle der Lagerung. Neben der praktischen Arbeit in ihrer Molkerei vervollständigen alle Auszubildenden aus Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland und Teilen Nordrhein-Westfalens ihr Wissen am Landwirtschaftlichen Zentrum für Milchwirtschaft (LAZBW) in Wangen im Allgäu. "Dort sind wir im Durchschnitt etwa 16 bis 20 Wochen pro Jahr", erzählen Julia Cremer und Thomas Stoffels.

Auch auf der Berufsschule wird keineswegs nur Theorie durchgekaut: "Laborarbeit und der richtige Umgang mit der Milch stehen ebenso auf dem Stundenplan." Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern sei sehr von Vorteil für die Ausbildung zum Milchtechnologen, und: "Ab und zu muss man auch mal anpacken können, wenn körperliche Arbeit gefragt ist", ergänzt Julia Cremer.

Inzwischen seien rund ein Viertel der Auszubildenden weiblich, sagt Guido Mattonet: "Und die Tendenz ist steigend."

Die Berufsaussichten seien sehr gut, sagt Mattonet. Arla bilde zur Zeit zehn Lehrlinge zu Milchtechnologen aus, brauche aber in absehbarer Zukunft mehr, da das Werk weiter wachsen werde. "Alle unsere Auszubildenden werden übernommen", sagt Guido Mattonet.

Zum Thema:

Auf einen BlickMilchtechnologen verarbeiten Rohmilch zu Milchprodukten. Außerdem führen sie Qualitätskontrollen durch und verpacken und lagern die Endprodukte. Die Ausbildung zum Milchtechnologen dauert drei Jahre. Weiterführende Fortbildungen zum Meister und zum staatlich geprüften Techniker der Milchwirtschaft stehen nach der Ausbildung offen. Auch ein weiterführendes Studium ist möglich. Die monatliche tarifliche Bruttovergütung für Auszubildende beträgt laut Bundesagentur für Arbeit 813 Euro im ersten, 915 Euro im zweiten und 1050 Euro im dritten Lehrjahr. Infos im Netz unter www.landwirtschaftskammer.de now