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Ausbildung
Ein Job mit hoher Verantwortung

Ständig etwas Neues: Hier erklärt Ausbilder Jens Stegmann (links) seinem Auszubildenden Jean-Pascal Wolter an einem Pumpenübungsgestell die Funktionsweise einer neuen Wasserpumpe.
Ständig etwas Neues: Hier erklärt Ausbilder Jens Stegmann (links) seinem Auszubildenden Jean-Pascal Wolter an einem Pumpenübungsgestell die Funktionsweise einer neuen Wasserpumpe. FOTO: Franziska Gabbert / dpa-tmn
Berlin. Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme müssen sehr sorgfältig arbeiten. Sie bauen Solaranlagen fürs Hausdach, Notstromaggregate fürs Krankenhaus oder auch Lüftungssysteme für eine Industriehalle.

() Ein Bürokomplex braucht ein neues Lüftungssystem und eine Alarmanlage. Und was ist mit dem Brandschutz? In diesen Fällen sind Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme gefragt. Ein solcher will Jean-Pascal Wolter werden. Der 22-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung bei der Firma Alfred Eichelberger in Berlin.


„Man kommt viel herum und lernt unglaublich viel“, erzählt Wolter. Die Tätigkeiten reichen von der Planung einer Klimaanlage über die regelmäßige Wartung von elektronisch gesteuerten Heizungs- und Lüftungssystemen oder Fahrstuhlanlagen bis hin zur Fehlersuche darin. „Die Reparatur übernehmen sie dann oft selbst – oder sie stehen dafür in engem Kontakt mit anderen Dienstleistern“, sagt Anja Schwarz vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Von Bewerbern wird erwartet, dass sie teamfähig sind. „Sie sollten technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringen“, erklärt Carola Daniel vom Gesamtverband Gebäudetechnik. Auch mathematische Kenntnisse sind gefragt. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. „Der überwiegende Teil der Ausbildungsanfänger kann einen mittleren Schulabschluss vorweisen“, sagt Schwarz. Vor allem müssen Interessenten ein Bewusstsein dafür haben, welche Verantwortung das Arbeiten an elektronischen Anlagen und mit technischen Systemen mit sich bringt. „Wenn man nicht mit viel Umsicht und Sorgfalt arbeitet, gefährdet man nicht nur sich, sondern gegebenenfalls auch Kollegen“, betont Wolter. Für den Arbeitsalltag gelten daher strenge Sicherheitsvorschriften, die Azubis während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung im Betrieb und in der Schule ausführlich kennenlernen.

In der Praxis läuft die Arbeit zum Beispiel so ab: In einem Gebäudekomplex sollen im Brandfall die Flucht- und Rettungswege, also die Treppenhäuser, rauchfrei bleiben. Dafür wird eine sogenannte Rauchschutz-Druckanlage installiert. Als Erstes benötigen die Elektroniker dafür einen Übersichtsplan mit der bereits bestehenden elektrischen Infrastruktur. Dann fertigen sie Skizzen der geplanten Leitungen an, die sie später verlegen.

Die Steuerzentrale der Rauchschutz-Druckanlage ist ein Schaltschrank. Damit lässt sich die Anlage so programmieren, dass sie ab einer bestimmten Menge Rauch automatisch Außenluft- und Zuluft-Klappen öffnet. „Manchmal kann die Arbeit auch etwas monoton sein“, sagt Wolter. Etwa dann, wenn ein Schaltschrank für gleich 14 identische Treppenhäuser eingestellt werden muss.



Sobald eine Anlage oder ein System installiert und in Betrieb sind, müssen Wolter und seine Kollegen die späteren Nutzer in die Bedienung einweisen. „Dafür brauchen sie eine gute Ausdrucksweise und ein verbindliches Auftreten“, erklärt Daniel. Später müssen die Elektroniker die Anlagen dann regelmäßig inspizieren und warten. Treten Störungen auf, rücken die Fachleute ebenfalls an und begeben sich auf Fehlersuche.

Nach der Ausbildung arbeiten Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei Betrieben für Elektrotechnik, im Gebäude-Management („Facility“) oder bei Hausmeisterdiensten. Wer sich weiterentwickeln will, kann Elektrotechniker-Meister werden. Der Job habe Zukunft, sagt Daniel. Denn die Fachleute seien zunehmend gefragt.

(dpa)