Gehaltsvergleich: Ein gutes Gehalt kann es auch ohne Hochschulabschluss geben

Gehaltsvergleich : Ein gutes Gehalt kann es auch ohne Hochschulabschluss geben

Sieben Beispiele zeigen, dass ein hohes Einkommen auch ohne Studium möglich ist. Selbst Abitur ist nicht immer nötig.

(dpa) Den richtigen Beruf finden? Das ist für junge Leute oft alles andere als einfach. Es geht darum, Vorlieben und Neigungen auszuloten. Aber auch der Verdienst spielt eine große Rolle. Viele glauben, dass sie nur mit einem Studium ein gutes bis sehr gutes Einkommen erzielen können. Ein Trugschluss. Berufstätige, die eine Ausbildung durchlaufen haben, haben mitunter ebenso Top-Gehälter. Eine Übersicht:

Fluglotsen gehören zu den Spitzenverdienern unter den Nichtakademikern. Sie sorgen vom Tower oder vom Kontrollzentrum aus für einen reibungslosen Ablauf des Luftverkehrs in ihrem Sektor und kümmern sich darum, dass Flugzeuge sich in der Luft nicht zu nahe kommen. Sie geben den Piloten per Sprechfunk Anweisungen. Bewerber um einen Ausbildungsplatz müssen das Abitur haben und fließend Englisch sprechen. „Außerdem müssen sie verschiedene Eignungstests durchlaufen“, sagt Thomas Röser vom Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung. Fluglotsen können nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) zwischen 6400 und 8900 Euro brutto im Monat verdienen.

Mechatroniker arbeiten beispielsweise im Fahrzeug-, Luft- oder Raumfahrzeugbau oder im Maschinen- und Anlagenbau. Sie bauen etwa Produktionsanlagen. Dazu stellen sie die entsprechenden Komponenten her, fügen sie zu Systemen zusammen und programmieren oder installieren die nötige Steuersoftware. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei etwa 3100 bis 3600 Euro. Es kann im Laufe der Berufsjahre auf bis zu 6000 Euro und mehr steigen, wie Johannes Wilbert sagt, Leiter des Instituts zur Berufswahl in Wetter an der Ruhr.

Bankkaufleute können je nach Arbeitgeber und Region bis zu 5700 Euro im Monat brutto verdienen. Das geht aus dem Entgeltatlas der BA hervor. Bankkaufleute beraten Kunden über Finanzprodukte und bearbeiten Aufträge. Die meisten Geldinstitute stellen für eine Ausbildung Bewerber mit Abitur ein.

Vergleichsweise hohe Gehälter erzielen auch Handelsfachwirte. Sie planen und steuern Geschäftsprozesse – egal, ob im Ein- und Verkauf, im Marketing und Vertrieb, in der Logistik oder im Personalwesen. „Nach der dreijährigen Ausbildung haben Handelsfachwirte gleich zwei Abschlüsse in der Tasche“, sagt Röser. Das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen von Handelsfachwirten liegt laut BA-Entgeltatlas bei 5480 Euro.

Maurer stellen nach der Vorgabe von Architekten Wände, Gewölbe und Stützen aus klein-, mittel- und großformatigen Steinen her, aber auch Schornsteine. Daneben betonieren sie Fundamente und Decken. Von angehenden Azubis erwarten Arbeitgeber häufig ein Hauptschulabschluss. Maurer gehören ebenfalls zu den Besserverdienern in Deutschland: „Bei entsprechender Weiterbildung zum Meister können sie je nach Region über 5000 im Monat Euro verdienen“, erklärt Wilbert.

Anforderungen analysieren, Software entwerfen, programmieren, testen: Das sind die Kernaufgaben von mathematisch-technischen Softwareentwicklern. Für eine Ausbildung stellen die Betriebe nach Angaben der BA meist Leute mit Abitur ein. Nach dem BA-Entgeltatlas kann das mittlere Entgelt der Entwickler je nach Region bei bis zu 5100 Euro liegen, das unterscheidet sich aber je nach Bundesland.

Berufsfeuerwehrleute löschen nicht nur Brände. Sie bergen Verletzte, retten Menschen aus Notlagen oder neutralisieren ausgetretene Gefahrstoffe nach einem Unfall. Laut Entgeltatlas der BA liegt das mittlere monatliche Bruttoentgelt in Berufen im Brandschutz bei 4375 Euro. Je nach Region und Besoldungsstufe kann es aber deutlich niedriger oder höher sein.

(dpa)
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