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Jobsharing
Ein Arbeitsplatz für zwei

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Symbolfoto FOTO: Monika Skolimowska / dpa
Berlin. Vor dem Modell Jobsharing schrecken die meisten Vorgesetzten noch zurück. Julia Naue

(dpa) Wer seinen Vorgesetzten vom Thema Jobsharing überzeugen möchte, braucht in gute Argumente. Denn in der Arbeitswelt ist eine Stelle, die sich zwei odere mehrere Mitarbeiter teilen, eher die Ausnahme. Arbeitgeber lassen sich nur in den seltenen Fällen darauf ein.



"Viele Mitarbeiter sehnen sich nach mehr Flexibilität", sagt Susanne Broel, die Arbeitnehmer zu diesem Thema berät. "Und so viel Nachwuchs haben wir im Moment nicht, dass wir das einfach ignorieren können", betont die Expertin. Gute Argumente für Jobsharing sind ihren Angaben zufolge zum Beispiel, dass vier Augen immer mehr sehen als zwei. Das bedeutet, dass im Vertretungsfall immer jemand da ist, der sich auskennt. Für den Arbeitgeber zähle möglicherweise das Argument, dass man mit diesem Modell immer doppelte Kompetenz auf einer Stelle habe.

Ein sinnvolles Modell sei es auch, wenn sich etwa eine Führungskraft in Altersteilzeit die Stelle mit einem Jüngeren teilt. Das könne auch praktisch sein, wenn eine Arbeitskraft aus der Elternzeit zurückkomme: Beim Jobsharing könne er erstmal in Teilzeit weiterarbeiten - und das dann auch in einer Führungsposition.

Chefs argumentieren dagegen häufig, dass Absprachen bei Jobsharing schwierig seien. "Wenn ich eine klare Struktur habe und Regeln, dann ist Kommunikation nicht das Problem", sagt dagegen Broel. Ein viel größeres Problem seien eher die Vorurteile, die es bei dieser Thematik gibt. Ein neues Modell verändere auch das Unternehmen, breche alte Strukturen und Hierarchien auf. Solch ein Prozess wecke zwar bei einigen Befürchtungen, könne aber auch gut für das Unternehmen sein.