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Ausbildung
Dieser Berufsstand erfüllt Wohnträume

Der angehende Immobilienkaufmann David Schmidt hat in seinem Beruf häufig Kundenkontakt.
Der angehende Immobilienkaufmann David Schmidt hat in seinem Beruf häufig Kundenkontakt. FOTO: dpa-tmn / Franziska Gabbert
Berlin. Daten und Fakten gehören zur alltäglichen Arbeit von  Immobilienkaufleuten. Doch sie müssen nicht nur mit Zahlen umgehen können. Vor allem müssen sie Menschen und ihre Bedürfnisse verstehen. Anke Dankers (dpa)

( Die Begeisterung für das Thema Wohnen ist David Schmidt in die Wiege gelegt worden: Seine Eltern arbeiten beide in der Immobilienbranche. So war für den Berliner nach seinem Abitur klar, dass er eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann machen will. Heute steht Schmidt kurz vor Beginn seines zweiten Lehrjahres beim Immobilienmakler Engel & Völkers.


„Jeder Tag ist anders“, sagt der 21-Jährige. Gerade ist er in der Vermietung tätig und hilft einem Kollegen dabei, Immobilienexposés zu verfassen, Besichtigungstermine zu organisieren und Mietverträge aufzusetzen. Doch eigentlich ist es gar nicht so sehr die Arbeit mit Altbau, Maisonettewohnung oder Loft, die Schmidt begeistert, sondern die Arbeit mit den Menschen: „Am meisten Spaß macht mir der Kundenkontakt, man lernt immer wieder neue Leute kennen“, sagt er.

Genau das sei die Besonderheit des Ausbildungsberufs, sagt Carsten Ens vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen: „Die Auszubildenden kommen nicht nur mit Kunden, sondern auch mit Geschäftspartnern, Handwerkern, Bauunternehmen, Bauherren und Mietern zusammen. Sie haben viel Kontakt zu Menschen.“ Viele Unternehmen achten bei der Auswahl der Bewerber längst nicht mehr auf die Eins vor dem Komma auf dem Abiturzeugnis, sondern es gehe um soziale Kompetenzen und das richtige Händchen im Umgang mit Menschen.



Soziale Kompetenzen und Werte hält auch Günter Fischer für wichtige Grundvoraussetzungen. Der Ausbildungsverantwortliche von David Schmidt erklärt: „Mit den Vorschlägen, die ein Immobilienkaufmann macht, kann er Einfluss auf ganze Lebensläufe haben“. Eine Verantwortung, derer sich Lehrlinge bewusst sein müssten. Bewerber sollten „eine gute Erziehung genossen haben und Eigeninitiative zeigen“, sagt Fischer. Außerdem sollten sie Spaß am Kundenkontakt haben, sich selbst organisieren und neue Ideen entwickeln können sowie zuverlässig sein.

Die dreijährige Ausbildung richtet sich vor allem an Abiturienten oder Absolventen mit gutem Realschulabschluss. Neben dem Verkauf und der Vermietung von Immobilien sowie der Organisation von Besichtigungen und Beratungsgesprächen kümmern sich Immobilienkaufleute auch um Neubau- oder Modernisierungsprojekte. Zusätzlich zur Arbeit im Unternehmen besuchen Azubis die Berufsschule. Dort lernen sie etwa Finanzierungspläne aufzustellen oder Baurechnungen zu prüfen.

In den nächsten zehn Jahren führe die Digitalisierung zu mehr Transparenz und Effizienz bei der Immobilienvermittlung, so Fischers Prognose. Das verändere das Berufsbild: Es geht dann weniger darum, Informationen und Verträge bereitzustellen, als vielmehr Vertrauensperson und Berater in allen Fragen rund um Immobilien zu sein. „Deswegen steht der Servicegedanke im Vordergrund. Der persönliche Kontakt zu den Kunden und die direkte Ansprache ist ganz wichtig.“

Trotz Immobilienportale und Online-Besichtigungen sei die Zukunft der Immobilienkaufleute gesichert: „Wir halten den Ausbildungsberuf für einen der aktuell attraktivsten kaufmännischen Lehrberufe. Er ist abwechslungsreich, hat ein wichtiges Kernprodukt, ist dicht am Kunden, ordentlich bezahlt und hat gute Perspektiven“, urteilt Ens. Auch die Möglichkeiten der Weiterbildung sind vielfältig und reichen vom Immobilienfachwirt über Gutachter oder Sachverständigen für Immobilien bis hin zum Fachstudium.