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Ausbildungsberuf
Spezialisten für den richtigen Durchblick

Augenoptiker sind auch Verkäufer. Dazu muss Azubi Clara Schneider nicht nur die Produkte genau kennen, sondern auch die individuellen Bedürfnisse des Kunden herausfinden.
Augenoptiker sind auch Verkäufer. Dazu muss Azubi Clara Schneider nicht nur die Produkte genau kennen, sondern auch die individuellen Bedürfnisse des Kunden herausfinden. FOTO: dpa-tmn / Robert Günther
Berlin/Düsseldorf. Brillen verbessern das Sehen und prägen das Gesicht ihres Trägers. Um das richtige Modell zu finden, müssen Augenoptiker nicht nur wissen, wie sie die Gläser richtig bearbeiten. Auch Einfühlungsvermögen ist wichtig. Sabine Meuter (dpa)

() Wenn Carla Schneider ihre Hände im Spiel hatte, sehen Menschen danach besser. Die 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Augenoptikerin. Sie berät nicht nur bei der Wahl des Gestells. Schneider passt die Gläser auf die Fehlsichtigkeit der Augen an und repariert Brillen. Sie verkauft Kontaktlinsen, Sonnen- und Skibrillen, führt Sehtests durch und erledigt kaufmännische Tätigkeiten wie Rechnungen schreiben.


Einen Aspekt schätzt Schneider jedoch besonders: „Das Beste an dem Job ist, dass man mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun hat, das ist abwechslungsreich und erweitert den Horizont“, erzählt die Auszubildende vom Berliner Fachbetrieb maske & maske.

Von Bewerbern erwarten Unternehmen ein freundliches Wesen und Kommunikationsvermögen, um Kundenwünsche und -bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen. „Dafür brauchen Augenoptiker auch ein gutes Einfühlungsvermögen“, sagt Lars Wandke vom Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) mit Sitz in Düsseldorf. Gefragt sind außerdem technisches Grundverständnis und zunehmend auch Computerkenntnisse. „Denn die optische Anpassung von Brillen erfolgt heute in vielen Betrieben mit Hilfe hochmoderner Messinstrumente“, erklärt Wandke.



„Langweilig und eintönig ist es eigentlich nie“, sagt Schneider. Augenoptiker bewegen sich zwischen Werkstatt, Verkaufsraum und Büro. Am Ende des Arbeitstages konkrete Ergebnisse ihres Schaffens zu sehen, das findet die Auszubildende besonders gut. Zum Beispiel, wenn sie Gläser geschliffen und manuell in Fassungen eingearbeitet hat.

Für die Ausbildung brauchen Bewerber zumindest die Mittlere Reife. „Gern genommen werden aber auch Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur“, sagt Wandke. Drei Jahre dauert die duale Ausbildung. Azubis lernen etwa, Brillengläser manuell und maschinell zu bearbeiten und in Vollrandbrillenfassungen einzusetzen. Auf dem Lehrplan steht auch, Brillengestelle so anzupassen, dass sie für den Kunden bequem zu tragen sind. Es geht dabei um Fachbegriffe wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) oder Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) und die entsprechende Auswahl der nötigen Sehhilfe. In der Berufsschule üben die Auszubildenden auch Kundengespräche. Schneider findet es wichtig, hier einen eigenen Stil zu entwickeln: „Als Augenoptikerin möchte ich locker-entspannt auf die Leute eingehen und sie begeistern.“

Die Berufsaussichten sind nach Branchenangaben gut. „Qualifizierte und motivierte Fachkräfte werden händeringend gesucht“, sagt Wandke. Ausgebildete Augenoptiker arbeiten vor allem in einem der knapp 12 000 Fachbetriebe in Deutschland. Doch auch in der Industrie gibt es Beschäftigungsoptionen, etwa bei Herstellern von Brillengläsern, Kontaktlinsen oder optischen Instrumenten.

In der Industrie werden sie oft im Vertrieb eingesetzt oder auch im Produktmanagement. Augenoptiker können sich auch in der Forschung, Lehre und Produktentwicklung betätigen. Oder sie machen eine Weiterbildung zum Augenoptikermeister. Danach ist eine Spezialisierung auf die Themengebiete Kontaktlinsen, Sportoptik oder vergrößernde Sehhilfen möglich. Je nach Schulabschluss können Fachkräfte studieren und einen Bachelor in Optometrie machen.