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Alles rund ums Auto
Beim Gebrauchtwagenkauf vom Händler auf der sicheren Seite

Für einen erfolgreichen Autokauf ist eine gute Vorbereitung ein absolutes Muss.
Für einen erfolgreichen Autokauf ist eine gute Vorbereitung ein absolutes Muss. FOTO: Fotolia/janvier / janvier - stock.adobe.com
Beim Kauf eines Gebrauchtwagens gibt es zwei Möglichkeiten: Privatmann oder Händler. Der Kauf von privat ist zwar meist die günstigere Alternative, trotzdem verlassen sich viele Autokäufer lieber auf einen gewerblichen Verkäufer.Trotz des etwas höheren Preises hat der Gebrauchtwagenkauf vom Händler einige Vorteile: die Gewährleistung ist einer. lx

Der Kauf eines neuen Autos ist eine wichtige Entscheidung.
Gerade beim Gebrauchtwagen ist deshalb eine gute Vorbereitung die halbe Miete. Wer sich vorher beispielsweise im Internet über Preise, häufige Mängel und Zuverlässigkeitsberichte informiert, macht erst einmal nichts falsch.


Fängt das Auto trotzdem kurz nach dem Kauf irgendwo zu klappern an oder bleibt gar liegen, folgt schnell der Ruf nach der Gewährleistung.  Aber was genau deckt eine Gewährleistung ab? Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist festgelegt, dass der Verkäufer für Mängel haften muss, die bereits bei der Übergabe des Autos vorlagen und dem Käufer unbekannt waren. Mängelansprüche verjähren laut BGB nach zwei Jahren. So lange gilt also die Gewährleistungspflicht für den gewerblichen Autohändler. Er hat die Pflicht einen Gebrauchtwagen zur Verfügung zu stellen, der frei von so genannten Sachmängeln ist. Diese Haftung kann der Händler nicht ausschließen – selbst Formulierungen wie „Gekauft wie gesehen“ oder „Fahrzeug wird unter Ausschluss der Gewährleistung/Sachmängelhaftung verkauft“ sind ungültig.

Nach dem Autokauf kann der Käufer die Gewährleistung vom Händler also einfordern, wenn entweder ein Mangel besteht oder das Fahrzeug in seinen Eigenschaften nicht dem entspricht, was im Kaufvertrag steht. Steht dort zum Beispiel, dass der Gebrauchtwagen über eine Klimaanlage verfügt, eine solche aber fehlt, so muss der Verkäufer diesen Mangel beheben.

Großer Streitpunkt zwischen Verkäufer und Käufer bezüglich der Gewährleistung fürs Auto ist meist die Frage, ob es sich um einen Mangel oder um Verschleiß handelt. Dabei versteht man unter Verschleißteilen solche Bauteile, die durch den normalen Gebrauch abgenutzt werden und deshalb turnusmäßig erneuert oder getauscht werden müssen. Bei Autos sind das beispielsweise die Reifen, der Zahn- und Keilriemen, die Bremsbeläge und -scheiben, Zünd- beziehungsweise Glühkerzen oder die Autobatterie. Im Gebrauchtwagenfall ist jedoch zu beachten, dass je nach Alter beziehungsweise Laufleistung des Fahrzeugs bestimmte Mängel, die bei Neuwagen als so genannter Sachmangel von der Gewährleistung abgedeckt werden, bei Gebrauchtwagen als Verschleiß bewertet werden können.

Ob der Händler die Gewährleistung für das Auto übernehmen muss, ist ebenfalls im BGB geregelt. Im Paragraf 476 BGB steht: „Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang ein Sachmangel, so wird vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar.“
Fällt ein Mangel also innerhalb von sechs Monate nach dem Kauf auf, so geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Schaden schon zum Zeitpunkt der Übergabe vorlag. Innerhalb dieser Frist muss der Händler beweisen, dass diese Annahme falsch ist. Gelingt ihm das nicht muss er die beanstandeten Mängel im Rahmen der Gewährleistung kostenlos abstellen. Danach liegt die Beweislast beim Käufer. Da dies sehr schwierig ist, sollte man einen Sachverständigen  hinzuziehen.



Haben Sie nun Mängel festgestellt, die bereits zur Übergabe vorlagen, haben Sie das Recht, die Gewährleistung für das Auto einzufordern.
Hierzu muss der Käufer den Händler möglichst schnell über die Mängel informieren und ihm zunächst die Möglichkeit geben, den Schaden zu beheben.
Achtung: Sie dürfen den Wagen nicht in einer anderen Werkstatt reparieren lassen, ohne den Händler vorher informiert zu haben. In diesem Fall ist er nicht verpflichtet, die entstandenen Kosten zu tragen.

Erst wenn der zweite Reparaturversuch fehlgeschlagen ist oder sich der Verkäufer weigert, Reparaturen durchführen zu lassen, können Sie Ihr „Recht auf weitere Entschädigungen bezüglich der Gewährleistung“ geltend machen. Das kann laut BGB der Rücktritt vom Kaufvertrag oder eine Minderung des Kaufpreises sein. Ebenfalls ist Schadenersatz möglich.

Die Gewährleistung ist gesetzlich verpflichtend und kann nicht umgangen werden.
Unter Garantieleistungen versteht man hingegen Sonderkonditionen, die gegen einen Aufpreis erworben werden können. Welche Leistungen unter die Garantie fallen sind im Einzelnen geregelt.
Die Details sind im Vertrag aufgelistet, den Sie sich gut durchlesen sollten. Je nachdem wie alt und in welchem Zustand das Auto ist, sollten Sie gut überlegen, ob sich die Zusatzkosten für eine Garantie lohnen.
Wissen sollte man in diesem Zusammenhang, dass für Fahrzeuge ab etwa 10 Jahren in der Regel keine Gebrauchtwagengarantien mehr angeboten werden.

Der Vorteil der Garantie gegenüber der Gewährleistung ist, dass Sie nicht nachweisen müssen, wann der Mangel aufgetreten ist, solange dieser während der Garantielaufzeit aufgetreten ist und durch die Garantieleistungen abgedeckt wird. ⇥lx