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SZ-Serie: Die 10 schönsten Tagesausfüge im Saarland und der Region

Serie „Am schönsten ist’s daheim!“ : Die 10 schönsten Tagesausflüge im Saarland und der Region

Welterbe, spektakuläre Landschaften, mittelalterliche Städte. In der großen Sommerserie „Am schönsten ist’s daheim!“ stellen wir zehn Orte vor, an denen man mehr als nur ein paar Stunden verbringen möchte.

1. Ein Tag im Rom des Nordens: Nirgendwo in Deutschland ist die römische Antike so lebendig wie in Trier. Nicht nur das Amphitheater, wo einst blutige Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden, überlebte die Jahrtausende. Auch riesige Thermen, die Palastaula des Kaisers, frühe Kirchen, eine römische Brücke und das von Trierern heiß geliebte Stadttor sind seit der Römerzeit Teil des täglichen Lebens. Auch wenn die Fußgängerzone mit ihrem mittelalterlichen Hauptmarkt zum Bummeln einlädt, sollte man sich die Zeit für die Porta Nigra nehmen. Denn erst von Innen offenbart das 1850 Jahre alte Stadttor, wie monumental es ist.

Geheimtipp für Kinder: Schaut Euch die dicken dunklen Steine der Porta richtig gut an! 7000 sind es insgesamt! Auf einigen könnt Ihr Zeichen entdecken. Manche davon haben römische Steinmetze gemacht.

Infos: www.trier-info.de

2. Vulkankrater und Ritterburgen: Nicht bloß einen Tag – einen ganzen Urlaub könnte man in der Vulkaneifel verbringen, die so friedlich wirkt, obwohl sie so gewaltsam entstand. Ihre Maare wurden regelrecht in die Landschaft gesprengt, als glühende Magma auf Grundwasser traf und explodierte. Zwölf der Maarvulkane sind mit Wasser gefüllt, in vier davon darf man baden: im Meerfelder Maar, Pulvermaar, Schalkenmehrener und Gemündener Maar. Ein großartiges Sommer-Erlebnis! Nicht nur für Kinder lohnt ein Abstecher zu den Manderscheider Burgen, die im idyllischen Liesertal trutzig auf Felsen thronen.

Tipp: Wanderstiefel einpacken! Der sechs Kilometer lange Manderscheider Burgenstieg wurde vom Wandermagazin zu „Deutschlands schönstem Wanderweg 2020“ nominiert. Wer mehr Zeit hat: Der Lieserpfad ist ein Wander-Traum!

Infos: www.eifel.info

3. Romantische Mittelmosel: Selbst wer nur ein halbes Stündchen weit weg lebt, bekommt an der Mittelmosel zwangsläufig Urlaubsgefühle. So spektakulär steil sind die Weinberge, so sanft der Schwung des Flusses, so putzig die Dörfer und Städtchen voll schiefer Fachwerkhäuser. Und dann noch die Weine! Dass es mancherorts wirkt, als wäre die Zeit stehengeblieben, erhöht den Charme nur noch. Wer all das komprimiert an einem einzigen Ort erleben möchte, sollte mal nach Beilstein fahren – in den vielleicht romantischsten Moselort, der mit seinen engen Gassen und einer steilen Treppe, die zu Kirche und Burg hinaufführt, als Filmkulisse diente – für „Moselfahrt aus Liebeskummer“ oder „Wenn wir alle Engel wären“ mit Heinz Rühmann.

Geheimtipp: Köstlicher Kuchen im Café Klapperburg, wo neben alten Filmszenen 500 Kaffeemühlen die Wände zieren.

Info: www.beilstein-mosel.de

4. Innere Einkehr im Kloster Himmerod: Wer bin ich? Welchen Weg will ich gehen? Und was ist wirklich wichtig im Leben? Wer eine Auszeit braucht, um über Gott und die Welt nachzudenken, könnte keinen besseren Ort finden als Kloster Himmerod. 900 Jahre lang haben Zisterziensermönche hier im stillen Salmtal nach den Regeln des Heiligen Benedikt gelebt. Zwar sind die Mönche fast alle fort. Dennoch bleibt Himmerod ein Ort mit besonderer Ausstrahlung. Wer statt Einkehr lieber einkehren möchte: Wie wäre es mit Klosterbier und Himmeroder Forellen? Neben einer Gaststätte bietet das weitläufige Gelände eine Buchhandlung, Gärtnerei und Fischerei. Der kleine oder große Mühlenpfad laden zu lohnenden Spaziergängen entlang der Salm ein.

Geheimtipp: Mal so richtig abschalten und auch über Nacht im Kloster bleiben gibt es schon ab 35 Euro pro Person. Infos: www.abteihimmerod.de

5. Verrücktes Felsenland: Es ist einer der magischsten Orte der Region Trier: das Ferschweiler Plateau, das sich 200 Meter über den Tälern von Sauer und Prüm erhebt. Wegen seiner bizarren Felstürme, Schluchten und Klüfte. Und auch wegen seiner Gräberfelder, Wikingerburg, Ringwälle und Zeugnisse der Megalithkultur: darunter das 3,50 Meter hohe Fraubillenkreuz und der Druidenstein. Eine hübsche Klause und ein Felsenweiher bieten weitere Ausflugsziele.

Für alle, die sich in die verrückten Felsen verliebt haben, gibt es gute Nachrichten: Die benachbarte Bollendorfer und Luxemburger Schweiz haben ähnlich spektakuläre Schluchten, Türme und Höhlen zu bieten.

Nicht verpassen! Wer mit Kindern reist, sollte sich drei Dinge nicht entgehen lassen: die Irreler Wasserfälle, die Teufelsschlucht und den Dinosaurierpark Teufelsschlucht, der auch Erwachsenen Spaß macht.

Infos: www.teufelsschlucht.de

6. Bergehalde Reden: Die saarländischen Bergehalden bezeugen die industrielle Vergangenheit der Region, aber auch, wie schnell die Natur sich diese Orte wieder zurückholen kann. Wer etwa auf Wanderwegen oder der vier Kilometer langen Inlineskatestrecke die 90 Meter hohe Bergehalde in Landsweiler/Reden erklimmt, hat einen weiten Blick auf die Umgebung des Saarkohlenwaldes – und kann sich auf der Bergmannsalm mit alpenländischen Spezialitäten stärken. Nach dem Abstieg lohnt ein Bummel durch den Wassergarten am Fuß der Halde. Dort plätschern fünf kaskadenartige Wasserbecken auf 29 000 Quadratmetern.

Tipp für Kinder: Ein Blick auf den Urzeithai, eine Zeitreise durch die Geschichte der Menschheit oder eine Show mit animatronischen Dinosauriern gefällig? Im Erlebnismuseum Gondwana in Landsweiler-Reden wird kindlicher Wissensdurst garantiert gestillt.

Infos: www.erlebnisort-reden.de,
www.gondwana-das-praehistorium.de

7. Natur pur im Bliesgau: Verträumte Streuobstwiesen, sanfte Hügel und artenreiche Auen lassen sich bei einer Wanderung durch das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau erleben. Das Besondere an diesem Naturjuwel sind die verschiedenen Lebensräume, die viele seltene Tier- und Pflanzenarten anziehen. Wer weiß, vielleicht kommt man bei einer Wanderung an schönen Orchideen vorbei, sieht den Goldenen Schneckenfalter vorbeigaukeln oder findet an der Blies Spuren von Bibern.

Tipp für Kinder: Mit der Actionbound-App könnt ihr auf einer interaktiven Schnitzeljagd durch das Biosphärenreservat Kreativität und Wissen beweisen. An 21 Stationen geht es um eure Zukunft – von nachhaltiger Mobilität bis zu Erneuerbaren Energien. Start in Gersheim.

Infos: https://biosphaere-bliesgau.eu/index.php/de

8. Hippes Metz: Erdrückt von den architektonischen Schwergewichten Luxemburg-Stadt und Nancy? Mitnichten. Die ehemalige Garnisionsstadt hat den, vor allem im Bahnhofsviertel sichtbaren Spuren der deutschen Besatzung zeitgemäße Schwerpunkte entgegengesetzt. Beim Bummel durch das angrenzende quartier de l’Amphithéâtre erlebt der Flaneur urbane Dynamik: modernes Kongresszentrum, die Baustelle des Hilton-Hotels – nach den Plänen des Designers Starck mit Villa auf dem Dach –, die glänzende Konsumhalle Muse mit mehr als 100 Geschäften und Restaurants, dann landet man genau vor dem Centre Pompidou Metz, ein musealer Höhepunkt der Großregion.

Geheimtipp: An der nahen Place de la République wartet mit dem 1989 von dem Architekten Ricardo Bofill umgestalteten Arsenal ein auditives Verwöhnprogramm: Im großen Konzertsaal nehmen die Zuhörer auf Rängen Platz, das Orchester spielt in der Senke und beschert so Akustik von Weltniveau.

Infos: www.citemusicale-metz.fr, www.tourisme-metz.com

9. Jugendstil in Nancy: Die lothringische Hauptstadt ist ein Mekka für Liebhaber des Jugendstils und des art déco. Mit der Villa Majorelle gibt es ein, gerade frisch teilsaniertes, Gesamtkunstwerk des Art nouveau mit eleganten Möbeln, Glasfenstern, Gemälden, Schmiedearbeiten im Wohnhaus des Designers Louis Majorelle (1859-1924) zu entdecken. Filigran schimmernde Glaskunst des wegweisenden Kunsthandwerkers Emil Gallé können Besucher, neben typischer Einrichtung dieser Zeit, im Museum der Schule von Nancy bestaunen – weltweit das einzige, das nur dieser Strömung gewidmet ist.

Tipp: Ein Bummel zwischen der berühmten Place Stanislas und der Porte de la Craffe offenbart den mittelalterlichen Kern von Nancy – mit engen Gassen, imposantem Herzogs­palast und spätgotischer Église des Cordeliers, der Grablege der lothringischen Herzöge.

Infos: www.nancy-tourisme.fr

10. Im Tierpark Sainte-Croix: Wölfe, Bären und Bisons, Rote Pandas, Präriehunde und Vielfraße: Im Parc Animalier Sainte-Croix bei Rhodes leben auf 120 Hektar hundert verschiedene Tierarten. Mit vergleichsweise sehr großzügigen Freigehegen, Waldstücken und Wasserarmen des nahen Stockweihers ist er der schönste Tier- und Landschaftspark der Großregion. In dem beliebten Park lassen sich viele Stunden zubringen, während der Kinder und Erwachsene die exotische als auch die einheimische Tierwelt beobachten und besser kennenlernen.

Tipp für Kinder: Im Bauernhof warten neugierige Ziegen auf Zweibeiner, die wissen, was eine gute Streichel- und Kraultechnik ist.

Geheimtipp: Warum nur den Tag hier verbringen? In Baumhäusern, Lodges und Hütten können Besucher übernachten und so auch in der Dämmerung Blicke auf Wölfe erhaschen oder nachts Kojoten heulen hören.

Infos: https://parcsaintecroix.com

Die Tipps stammen von Katharina de Mos und Sophia Schülke.

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www.saarbruecker-zeitung/sommerserie