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Warum es in Altheim nur kurz einen Soldatenfriedhof gab

Kapellen und Wegekreuze : Ein Symbol für die Brutalität des Kriegs

(bam) Nur noch ein großes Holzkreuz im Blieskasteler Stadtteil Altheim ist übrig von einem Soldatenfriedhof, der in der Endphase des Zweiten Weltkrieges am „Legen“, einer Anhöhe südöstlich über der Ortslage, entstanden war.

Der Bliesgau und das angrenzende lothringische Gebiet waren im Kriegswinter 1944/45 13 Wochen lang Front, Deutsche und Amerikaner lieferten sich erbitterte Kämpfe. Auf dem Friedhof wurden deutsche Soldaten bestattet, die an der Front den Tod gefunden hatten – und viele Deserteure, die wegen Fahnenflucht von eigenen deutschen Einheiten standrechtlich erschossen worden waren. Sie wurden anonym bestattet. Es gab 144 Gräber, 66 davon für unbekannte Soldaten.

Der Ehrenfriedhof wurde im Mai 1952 eingeweiht. Das fast vier Meter hohe Eichenkreuz stand etwas erhöht über den Grabfeldern als Blickpunkt. Keine drei Jahre nach der Übergabe, im Januar 1955, wurden der Friedhof aufgelöst und die Kriegsopfer auf die zentrale Begräbnisstätte in Schwalbach-Elm umgebettet. Am verbliebenen, 1997 restaurierten Kreuz brachte der örtliche Heimatforscher Helmut Lambert 1987 eine Gedenktafel an, die über die Ereignisse informiert.