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Andreas Gadzimski aus Güdingen ist leidenschaftlicher Tüftler

Serie Menschen im Regionalverband : Problem erkannt, Problem gebannt

Andreas Gadzimski aus Güdingen kann nicht anders: Wenn ihm etwas zu kompliziert ist, tüftelt er an einer Lösung.

Als es im Frühjahr auch im Regionalverband Saarbrücken mit dem Coronavirus richtig losging, beobachtete Andreas Gadzimski von seinem Bürofenster aus einen Paketlieferanten. „Der Mann wollte sich am Eingangsbereich die Hände desinfizieren. Das Desinfektionsmittel stand auf einem wackligen Tisch, fiel andauernd um und wenn man es genau nimmt, hätte man ja auch die Flasche mit dem Desinfektionsmittel regelmäßig desinfizieren müssen. Die ganze Aktion dauerte lange und war umständlich“, erinnert er sich.

In solchen Momenten kann der 62-Jährige nicht anders, als problemlösend zu denken. In seinem Kopf ratterten sofort die Rädchen und die Ideen sprudelten. „So geht mir das ständig, wenn ich irgendwo bin und ich feststelle, dass Dinge viel zu kompliziert sind. Wenn ich mit meiner Familie essen gehe und mir fällt irgendetwas in dieser Richtung auf, dann lenken mich meine Kinder sofort ab, damit ich nicht den ganzen Abend mit den Gedanken bei irgendeinem Problem bin“, sagt der Wahlsaarländer und muss selber lachen.

Die Frohnatur ist in Niedersachsen geboren und aufgewachsen. Schon sein perfektes Hochdeutsch mit saarländischen „Striefen drein“ ist lustig anzuhören. Sein Traum war es immer, Künstler oder Zeichner zu werden, doch sein Vater schickte ihn in eine Lehre zum Elektroinstallateur. Dort entdeckte er sein Talent zum Tüfteln, was aber weit über die Elektroinstallation hinausging. Nach der Bundeswehr bestand er die Meisterprüfung. Es folgte eine zweite erfolgreiche Prüfung zum Metallbaumeister und anschließend lernte Andreas Gadzimski auch noch Heizungsbauer. Mit der geballten Handwerks-Power begann für den Niedersachsen im Saarland schließlich die Selbstständigkeit. Er gründete eine Elektroinstallations-Firma, ein Unternehmen, das Wasser- und Brandschäden behebt und wurde für die Handwerkskammer zum Sachverständigen. „Upgrade“ ist der Name seiner zuletzt gegründeten Firma, in der er Sachen entwickelt und verfeinert, die er irgendwo aufschnappt.

Genau wie bei dem Desinfektionsspender. „Im Prinzip mache ich nichts anderes, als die Probleme anderer zu lösen“, sagt er. Er hat schon viele Patente angemeldet, die aus den Problemlösungen resultierten. Der „Desinator“ entstand aus dem Desinfektions-Problem. Es ist ein mobiler Desinfektionsspender, der einfach aufzustellen, stabil und sogar mit Desinfektionsmittel aus dem Regionalverband bestückt ist. „Ich habe auf den Desinator europaweiten Gebrauchsschutz. Das System zur hohen Standfestigkeit, die transportable Lösung, sowie der Strom- und Batteriebetrieb sind geschützt“, erklärt der Güdinger seine neue Erfindung.

Bei Fußballspielen des 1. FC Saarbrücken und bei der Lebenshilfe Obere Saar kommt der Desinator schon zum Einsatz. „Wir haben weitere Aufträge aus ganz Deutschland und haben die Produktion schon erhöht. Dieses Problem hätten wir wieder gelöst“, sagt Andreas Gadzimski. Seine gegründeten Firmen hat der 62-Jährige bereits unter seinen Kindern aufgeteilt. Er schaut hier und da noch nach dem Rechten. Und wehe, er stößt dabei auf ein Problem, dessen Lösung eigentlich ganz einfach ist. „Ich glaube nicht, dass ich irgendwann aufhöre so zu denken. Und wenn ich ehrlich bin, macht mir dieses Tüfteln ja auch großen Spaß“, sagt er und grinst schelmisch.