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Expertenantwort: Wissenschaftler beantworten Fragen zum Klimawandel

Die Expertenantwort : Wandelt sich unser Klima wirklich?

Die Scientists for Future Saar beantworten die wichtigsten Fragen zum Klima. Heute: Woher wissen wir eigentlich, dass sich das Klima wandelt?

Wissenschaft kann kompliziert sein, doch manche Fragen überlässt man lieber den Experten. Die Scientists for Future (S4F) sind eine Gruppe Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, über die Klimakrise aufzuklären – fundiert und nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die saarländische Ortsgruppe organisiert Vorträge und Vorlesungen, leistet Bildungsarbeit in Schulen und ist als Teil verschiedener Gremien in Entscheidungsprozesse eingebunden. Auf ihrer Website (www.s4f-saarland.org) erklären sie auf verständliche Weise Details zum Thema Klima.

An dieser Stelle beantworten sie in Zukunft Fragen der SZ-Leser rund um die Klimakrise. Zum Auftakt beschäftigten sie sich mit einer Frage aus der Redaktion.

Woher weiß man, dass sich das Klima ändert und es sich nicht um ein Wetterphänomen handelt?

S4F Saar: In Kanada Rekordhitze, bei uns Rekordregenfälle. Sind das schon Klimaschwankungen? Mit „Klima“ meint man Wetterbeobachtungen, die über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren gemittelt wurden. Schwankungen des Klimas durch wechselnde Warm- und Kaltzeiten begleiten die Erde seit Urzeiten. Deren Ursache ist vielfältig, doch die beobachtete Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert ist deutlich höher als je zuvor [1]. Die industrielle Entwicklung und die rasch wachsende Weltbevölkerung verursachen seitdem eine starke Zunahme der ausgestoßenen Treibhausgase. In der Atmosphäre verursacht dieser Anstieg den anthropogenen (menschengemachten) Treibhauseffekt, der den natürlichen Treibhauseffekt (ohne den die Erde zu kalt wäre für uns) verstärkt und zu einer Erwärmung der Erdoberfläche führt.

Seit dem 18. Jahrhundert hat die Temperatur bereits um ein Grad zugenommen, was schon zu schwerwiegenden Folgen für die Menschen und unsere Umwelt führte[2]. Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie viel weitere Treibhausgase durch unser Zutun freigesetzt werden[3]. Neueste Forschungen zeigen, dass der menschengemachte Treibhauseffekt das Wetter auch lokal beeinflussen kann, in Richtung Hitze oder Kälte beziehungsweise Niederschläge oder Dürre, je nach lokalen Treibhausgasquellen und lokalen Klimabedingungen[4,5].

Sie haben eine Frage an unsere Experten? Schreiben Sie uns eine Mail an expertenantwort@sz-sb.de.

Quellen:

[1] John Cook et al., “Consensus on consensus: a synthesis of consensus estimates on human-caused global warming”, Environ. Res. Lett. 11 (2016) 048002, doi:10.1088/1748-9326/11/4/048002 (Link: http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/4/048002)

Ergänzend zu [1]: Zum wissenschaftlichen Konsens zum menschengemachten Klimawandel: https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-es-gibt-noch-keinen-wissenschaftlichen-konsens-zum-klimawandel

[2] Zusammengetragene Originalpapiere zur Thematik „Menschengemachter Klimawandel“ im Faktenpapier „Was wir heute übers Klima wissen“, das das Deutsche Klima-Konsortium, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft, der Deutscher Wetterdienst, der Extremwetterkongress Hamburg, die Helmholtz-Klima-Initiative und klimafakten.de haben gemeinsam in vier Kapiteln die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammengetragen. Die erste Ausgabe aus dem letzten Jahr haben sie nun aktualisiert: https://www.klimafakten.de/meldung/was-wir-heute-uebers-klima-wissen-basisfakten-zum-klimawandel-die-der-wissenschaft

[3] IPCC (2018): 1,5°C Globale Erwärmung. Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. In: Intergovernmental Panel on Climate Change (2018). Online unter https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2020/07/SR1.5-FAQs_de_barrierefrei.pdf Englisches Original: “Intergovernmental Panel on Climate ChangeI”, IPCC (2018): Frequently Asked Questions. In: Global Warming of 1.5 °C. An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5 °C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change, sustainable development, and efforts to eradicate poverty [V. Masson-Delmotte, P. Zhai, H. O. Pörtner, D. Roberts, J. Skea, P. R. Shukla,A. Pirani, W. Moufouma-Okia, C. Péan, R. Pidcock, S. Connors, J. B. R. Matthews, Y. Chen, X. Zhou, M. I. Gomis, E. Lonnoy, T. Maycock, M. Tignor, T. Waterfield (eds.)]. World Meteorological Organization, Geneva, Switzerland.Herausgegeben von: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC, WMO/UNEP). Die englische Originalversion dieses Dokuments ist in elektronischer Form auf der IPCC-Webseite unter https://www.ipcc.ch/sr15/faq/ erhältlich.

[4] D. Coumou and S. Rahmstorf, “A decade of weather extremes”, Nature Climate Change 2 (2012) 491; https://doi.org/10.1038/nclimate1452

[5] F. E. L. Otto, “The art of attribution”, Nature Climate Chance 6 (2016), 342¸ https://doi.org/10.1038/nclimate2971