Sturmschäden: Versicherer warnen vor Handwerker-Abzocke

Nach Sturmschäden in der Region : Versicherer warnen vor Handwerker-Abzocke

Sturm Eberhard hat einen Millionenschaden verursacht - Versicherungen waren nun vor „Dach-Haien“, mobilen Handwerkertrupps, die die Engpässe der lokalen Handwerker für sich nutzen und Kunden abzocken.

Nach dem Sturm Eberhard, der nach Angaben des Versicherungsmaklers Aon Schäden bis zu 800 Millionen Euro verursacht haben könnte, beginnen die Aufräumarbeiten. Handwerker, vor allem Dachdecker, haben alle Hände voll zu tun. Allein der Provinzial Rheinland wurden bisher schon 18.000 Schäden gemeldet. Zudem wurden in Roetgen an der belgischen Grenze 30 Wohnhäuser durch einen Tornado schwer beschädigt.

Die R+V Versicherung aus Wiesbaden warnt in dem Zusammenhang vor mobilen Handwerkertrupps, die die Notsituation vor allem älterer Immobilienbesitzer ausnutzten. Die Masche der "Dach-Haie": Sie ködern die Hausbesitzer mit vermeintlichen Schnäppchenpreisen und kommen schon am nächsten Tag mit Gerüst und Material wieder. So hätten die Verbraucher kaum Zeit, das Ganze zu hinterfragen oder gar vom Vertrag zurückzutreten. Bei der Reparatur entdeckten diese Handwerker dann angeblich schwerwiegende Mängel. Manchmal werde sogar das komplette Dach abgedeckt - zu saftigen Preisen und oft gegen Vorauskasse in bar. "Es gab auch Fälle, bei denen die vermeintlichen Handwerker am nächsten Tag einfach nicht wieder aufgetaucht sind. Dann haben die Hausbesitzer viel Geld für nichts bezahlt", warnt Christine Gilles von der R+V Versicherung.

„Sicherer ist es, wenn Hausbesitzer ihren angestammten Handwerker nutzen“, rät der Düsseldorfer Versicherungsmakler Johannes Brück. Notfalls kann man auch den Wohngebäudeversicherer um eine Vermittlung eines Handwerkers bitten. Die meisten Anbieter haben einen solchen Service aufgebaut. Diese Handwerker können vorab Notmaßnahmen ergreifen, damit der Schaden nicht schlimmer wird, also beispielsweise Löcher gegen Regen sichern

Wer den Handwerker-Service der Versicherer nutzt, muss nicht in Vorkasse zu treten. Die Unternehmen rechnen später direkt mit dem Versicherer ab. „Trotzdem sollten die Kunden den Schadenumfang mit vielen digitalen Bildern dokumentieren“, rät Experte Brück. Die durch das Unwetter beschädigten oder unbrauchbar gewordenen Sachen sollten zudem bis zum Abschluss der Regulierung aufbewahrt werden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung