Studie: Sparvermögen verlieren wegen Niedrigzinsen stark an Wert

Studie: Sparvermögen verlieren wegen Niedrigzinsen stark an Wert

Die Ersparnisse der Deutschen verlieren wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) immer schneller und immer mehr an Wert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Postbank.

. Die extrem niedrigen Zinsen in Europa kosten deutsche Sparer nach einer Studie Milliarden. Nach Berechnungen der Postbank verlieren die Sparvermögen bei Banken in Deutschland alleine in diesem Jahr real 14 Milliarden Euro an Wert, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Auch in den Folgejahren werde die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) immer größere Teile der Ersparnisse aufzehren. 2013 liegt der Vermögensverlust demnach unterm Strich sogar bei 21 Milliarden Euro. "Durch den Anstieg der Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen wird sich die reale Vermögensentwertung beschleunigen", so Postbank-Chefstratege Marco Bargel. Bei den Berechnungen lag ein Volumen von 1,75 Billionen Euro zugrunde, welches Sparer laut Postbank bei Banken liegen haben, etwa in Form von Spareinlagen. Bei der Inflation wurde 2013 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,6 Prozent, 2014 von 2,0 Prozent angenommen. Die Inflation in Deutschland lag im Juli nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts bei 1,9 Prozent. Tagesgeld wirft nach Angaben der FMH Finanzberatung derzeit maximal 1,5 Prozent ab, Sparbücher liegen weit drunter. Auch bei Betriebsrenten und Lebensversicherungen dürften kräftige Abschläge auf die Sparer zukommen.

Die Notenbank hatte den Leitzins im Mai im Kampf gegen die Rezession im Euroraum auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt. Wegen des extrem billigen Geldes rät Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Anlagen breit zu streuen und höhere Risiken einzugehen. "Nur wenn man höheres Risiko eingeht, kann man mehr erwarten." Sparer sollten neben dem Sparbuch auch Tagesgeld, Festgeld, Immobilien, Immobilienfonds und weltweit streuende Aktien-Fonds ins Portfolio nehmen. Auch Kostenminimierung sei möglich, indem teure Produkte mit hohen Nebenkosten gemieden oder gekündigt werden.

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